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  • Kann ich beim Wichsen etwas falsch machen?

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    Tom
    Zuletzt aktualisiert: 14.10.2025
    Lesezeit:
    7 Min

    Ums Wichsen ranken sich mehr Halbwahrheiten als um fast jedes andere Sexthema. Krumme Finger, Haarausfall, ein schrumpfender Schwanz: Die meisten dieser Geschichten stammen aus einer Zeit, in der man Selbstbefriedigung mit schlechtem Gewissen und Aberglauben bekämpft hat. Wir nehmen die größten Mythen auseinander und sagen dir, was beim Wichsen wirklich zählt und was du dabei tatsächlich besser oder schlechter machen kannst.

    »Vom Wichsen kriegt man krumme Finger und wird blind«

    Der Klassiker, und kompletter Unfug. Es gibt keinen körperlichen Mechanismus, über den Handarbeit deine Augen oder deine Finger ruinieren würde. Was tatsächlich stimmt: Regelmäßige Erektionen halten das Schwellkörpergewebe durchblutet und fit. Wer über sehr lange Zeit gar nichts macht, bei dem kann die Elastizität leiden, ähnlich wie ein Muskel ohne Training. Mit Erblinden oder verkrümmten Fingern hat das aber nichts zu tun.

    »Wichsen ist doch nur Ersatz für richtigen Sex«

    Diesen Spruch hört man meist von Typen, die sich besonders männlich finden. Sexualforscher und Urologen sehen das anders: Masturbation ist eine eigenständige Form von Sex, die das Spiel mit dem Partner weder ersetzt noch von ihm ersetzt wird. Umfragen zeigen sogar das Gegenteil des Klischees: Männer, die ein aktives Sexleben mit Partner führen, legen auch solo häufiger Hand an. Wer sich früh mit dem eigenen Körper beschäftigt, weiß später besser, was ihm und anderen gefällt. Die Solonummer ist also eher Training für guten Sex als Ersatz dafür.

    »Sperma darf nur für die Zeugung neuen Lebens raus«

    Über die verstaubte Moral dahinter müssen wir uns nicht aufregen. Sexualität auf Fortpflanzung zu reduzieren, wäre ungefähr so sinnvoll, wie Essen nur noch als reine Nahrungsaufnahme zu betrachten. Kein Mensch würde dann je wieder ein Eis lutschen oder einen Schokoriegel naschen. Lust ist ein eigener Zweck, kein Betriebsunfall der Natur. Biologisch geht es ohnehin erst ums Überleben des Einzelnen, dann um die Art und erst ganz am Ende um Nachwuchs.

    »Wichsen macht dumm«

    Auch das ist Quatsch, eher ist das Gegenteil der Fall. Beim Orgasmus schüttet dein Körper Dopamin, Serotonin, Endorphine und Oxytocin aus. Diese Botenstoffe heben die Stimmung, senken Stress und können dir beim Einschlafen helfen. Dumm wird davon niemand, entspannter dagegen schon.

    »Wichsen ist Zeitverschwendung«

    Wer regelmäßig kommt, tut sich nachweislich etwas Gutes: weniger Stress, besserer Schlaf, ein Ventil für Anspannung. Der Hamburger Sexualforscher Werner Habermehl bringt es auf den Punkt: Beim Sex sammelst du Erfahrung darin, Empfindungen zu lesen und dich auf jemanden einzustellen. Diese Fähigkeit hilft dir auch außerhalb des Bettes. Zeitverschwendung sieht anders aus.

    »Nach 1000 Schuss ist Schluss«

    Dein Vorrat geht nicht zur Neige, dein Körper produziert ständig neues Sperma nach. Im Gegenteil: Jeder Schuss regt die Produktion an, und Studien legen nahe, dass häufiges Ejakulieren mit einem geringeren Risiko für Prostatabeschwerden einhergeht. Seltenes Abspritzen bringt dir dagegen keinen Vorteil. Dein bester Freund will benutzt werden, nicht geschont.

    »Bekommt man von Masturbation Haarausfall?«

    Ein Mythos, der gern wissenschaftlich klingen will. Die eine Theorie behauptet, du verlierst mit dem Sperma Proteine, die sonst deine Haarwurzeln bräuchten. Die andere sagt, Wichsen treibe das Hormon DHT hoch, das für den männlichen Haarausfall verantwortlich ist. Beides stimmt nicht. Der Testosteronspiegel sinkt beim Kommen nur minimal, und die Eiweißmenge im Ejakulat ist so gering, dass deine Haare davon rein gar nichts merken. Ob dir die Haare ausgehen, entscheidet deine Veranlagung, nicht dein Sexleben.

    »Schrumpft der Penis vom Wichsen?«

    Auch hier wird mit dem Testosteron argumentiert: Nach dem Abspritzen sinke der Hormonspiegel und der Penis schrumpfe. Klingt logisch, ist aber falsch. Der Testosteronspiegel hat keinen Einfluss auf die Penisgröße, sonst würde der Schwanz ja auch bei häufigem Partnersex kleiner. Deine Größe ist genetisch festgelegt. Wie prall die Erektion ausfällt, hängt eher von Durchblutung, Gesundheit und Kopf ab als von der Häufigkeit.

    »Macht zu viel Wichsen Erektionsprobleme?«

    Die Annahme kommt daher, dass es nach dem Orgasmus eine Weile dauert, bis wieder etwas geht. Diese Pause ist völlig normal und sagt nichts über deine langfristige Standfestigkeit aus, meist steht er nach zwanzig Minuten wieder. Was tatsächlich aufs Erektionsvermögen schlagen kann, ist nicht das Wichsen selbst, sondern übermäßiger Pornokonsum. Wer sich an immer härtere Clips gewöhnt, dem fällt echter Sex manchmal schwerer. Fachleute nennen das pornoinduzierte erektile Dysfunktion. Das Problem ist also der Bildschirm, nicht deine Hand.

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    »Vor dem Sport besser nicht wichsen, das kostet Testosteron«

    Ein moderner Mythos aus der NoFap- und Bodybuilding-Ecke: Wer vor dem Wettkampf onaniert, verliere Testosteron und damit Kraft. Die Forschung gibt das nicht her. Der Testosteronspiegel schwankt nach dem Orgasmus höchstens kurzfristig und pendelt sich schnell wieder ein, einen messbaren Einbruch deiner sportlichen Leistung gibt es nicht. Wenn dich die Solonummer entspannt und du danach besser schläfst, hilft dir das vor dem Training eher, als dass es schadet. Enthaltsamkeit macht dich nicht zum besseren Athleten, nur zum verkrampfteren.

    Was du beim Wichsen tatsächlich besser machen kannst

    Grundsätzlich kannst du beim Wichsen nichts kaputt machen. Ein paar Dinge machen es trotzdem angenehmer und gesünder:

    • Gleitgel statt trocken: Reibung ohne Gleitmittel reizt die Haut und kann wund machen. Ein Spritzer wasserbasiertes Gleitgel ändert das Spiel komplett. Welches zu dir passt, klärt der Gleitgel-Ratgeber.
    • Den Death Grip vermeiden: Wer jahrelang nur mit eisernem Griff und Volldampf rangeht, stumpft die Empfindung ab und tut sich beim Partnersex schwerer. Variiere Tempo und Druck.
    • Mal was anderes ausprobieren: Für Abwechslung sorgen Masturbatoren, Cockringe oder spezielle Hilfsmittel und Gleitcremes.
    • Toys sauber halten: Wer mit Spielzeug arbeitet, sollte es danach reinigen, sonst wird aus dem Spaß schnell eine Infektion. Wie das richtig geht, steht im Toy-Cleaner-Guide.

    Synonyme fürs Wichsen

    Die Sprache ist erfinderisch, wenn es ums Selbstbefriedigen geht. Eine kleine Auswahl gefällig?

    • Fünf gegen Willy
    • Sich einen runterholen
    • Den Papst ärgern
    • Taschenbillard spielen
    • Einen von der Palme wedeln
    • Die Tube ausdrücken
    • Den besten Freund verwöhnen
    • Die Leitung frei pusten
    • Den Stift spitzen
    • Die Fahnenstange polieren
    • Rubbeln
    • Wegschubbern

    FAQ

    Kann man beim Wichsen etwas falsch machen?

    Grundsätzlich nicht, es ist ein natürlicher Teil der Sexualität. Angenehmer und gesünder wird es mit Gleitgel, abwechslungsreichem Tempo statt eisernem Death Grip und sauberem Spielzeug.

    Macht häufiges Wichsen impotent?

    Nein. Die kurze Erholungsphase nach dem Orgasmus ist normal und sagt nichts über deine langfristige Standfestigkeit. Aufs Erektionsvermögen schlagen kann eher übermäßiger Pornokonsum, nicht das Wichsen selbst.

    Führt Masturbation zu Haarausfall?

    Nein. Der Testosteronspiegel sinkt beim Kommen nur minimal, und der Eiweißverlust im Ejakulat ist verschwindend gering. Ob dir die Haare ausgehen, entscheidet deine genetische Veranlagung.

    Schrumpft der Penis durch Wichsen?

    Nein. Die Penisgröße ist genetisch festgelegt und vom Testosteronspiegel unabhängig. Sonst würde der Penis auch bei häufigem Sex mit Partner kleiner, und das tut er nicht.

    Ist Wichsen gesund?

    Ja. Regelmäßiges Kommen senkt Stress, verbessert den Schlaf und wird in Studien mit einer besseren Prostatagesundheit in Verbindung gebracht. Schädlich ist daran nichts.

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