Gay Wiki
Im Gay Wiki stehen die Begriffe der Szene, von den Gay Tribes über den Hanky Code bis zum Darkroom-Knigge. Bei den Tribes bleiben die Grenzen fließend, weil jeder Name eine Selbstzuschreibung bleibt und meist nur den Look beschreibt.
Das Gay Wiki ist ein Schwulen-Lexikon. Bär, Otter, Twink, Jock und DILF sind Labels, die sich ein Mann selbst gibt. Hanky Code und Darkroom-Knigge sind dagegen Regelwerke, die andere lesen, und hinter 4 Gedenktagen steht jeweils ein Wort, das Erklärung braucht. Das Gay Wiki gehört zum Schwulenmagazin.
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Was ein Eintrag im Gay Wiki beschreibt und was er offenlässt
Ein Eintrag im Gay Wiki beschreibt in den meisten Fällen einen Look, und was der Mann dahinter im Bett will, lässt er offen. Das gilt für die meisten Gay Tribes, vom Bären bis zum Twink; Daddy und DILF beschreiben eher eine Rolle. Die 2 Codes im Club funktionieren anders: Der Hanky Code ist ein Signalsystem mit festen Farben, der Darkroom-Knigge ein Satz Verhaltensregeln. Bei den Gedenktagen liegt das Datum fest, und der Streit beginnt erst bei der Definition des Wortes dahinter.
Als Termine im Kalender stehen die Gedenktage bei den Veranstaltungen, neben Folsom Street Fair und Drag Queen Day. Puppy Play, Leder und die Rollen von Dominanz und Unterwerfung als gelebte Praxis gehören zu BDSM, Fetisch & Kink, und was Identität vom Aussehen unterscheidet, klärt Identität & Selbstbild.
Ein Begriffspaar kommt aus dem Reisen statt aus der Szene: Die queeren Reiseziele trennen gayfriendly von gay. Ein gayfriendly Hotel heißt alle Gäste willkommen. Ein Gayhotel dagegen ist ein Haus, das in der Regel von Gays gegründet und geführt wird; manche davon nennen sich ausdrücklich gays-only.
Behaarung, Statur und Alter sortieren die meisten Gay Tribes
3 Merkmale sortieren die Tribes, wie der Gay Otter zeigt: Körperbehaarung, Statur und Auftreten. Bei Twink, Cub und Daddy kommt das Alter dazu. Der Otter sitzt darin zwischen dem schlanken Twink und dem massigen Bären: stark behaart, von schlankem bis mittlerem Körperbau und deutlich unter Bärengröße. Sein Spitzname lautet Mini-Bär.
Ein Gay Tribe ist eine Kurzbezeichnung aus dem Szene-Slang für einen Typ Mann, und im Gay Wiki stehen die 5 bekanntesten davon: Bär, Otter, Twink, Jock und DILF. Wer nach den Arten von Schwulen sucht, meint genau diese Labels. Auf Apps wie Grindr wird daraus ein Suchfilter. Die Bedeutung der meisten Tribe-Namen endet beim Look: Der Otter beschreibt Behaarung und Statur und lässt das Begehren offen.
Wolf und Cub sind die weichsten Labels
Der Wolf ist ein stark behaarter Typ aus der Bärenfamilie, und beim Körperbau geht die Spanne weit auseinander. Schlank und drahtig gehört genauso dazu wie der Bärentyp mit üppigen Muskeln, wie ihn der Gay-Bär beschreibt. Wer behaart, drahtig und sexuell fordernd auftritt, wird eher als Wolf gelesen, ein gedrungener Behaarter eher als Otter.
Der Cub ist die jüngere oder kleinere Ausgabe aus der Bärenwelt. Gemeint sind Anwärter unter 30 und bärige Typen von geringerer Körpergröße, und je nach Gebrauch steht mal die Fülle, mal die Größe im Vordergrund.
In beiden Fällen bleiben die Grenzen fließend. Ein Tribe-Name ist eine Selbstzuschreibung und bleibt freiwillig: Wer sich als Otter wohlfühlt, ist einer. Tribe-Namen beschreiben damit einen Look und einen Vibe statt Körpermaße.
Der Gay-Bär ist der Stamm, aus dem die anderen Tiere abzweigen
Ein Artikel von 1979 steht am Anfang des ganzen Tiervokabulars. George Mazzei beschrieb in „Who’s Who in the Zoo“ 7 Typen schwuler Männer und benannte jeden nach einem Tier. Der Bär war der einflussreichste davon. Populär wurde die Bärenszene in den 70ern in San Francisco. Zuerst galt jeder große, stark behaarte Mann als Bär, und mit dem Wachstum der Szene kamen die feineren Abstufungen.
Zur Bärenfamilie zählen 6 verwandte Typen: Wolf, Otter, Cub, Panda, Transbär und Eisbär. Ein Gay-Bär ist ein schwuler Mann mit stämmigem Körperbau und starker Körperbehaarung, der beides mit Stolz zeigt. Der Begriff Transbär gilt stellenweise als verpönt, weil er den Trans-Aspekt zu stark hervorhebt. Eine eigene Flagge bekamen die Gay Bears 1995, in Naturfarben gestreift und mit Bärentatze. Eine offiziell anerkannte Otter-Flagge fehlt bis heute; im Umlauf ist eine inoffizielle Fassung in Blau- und Grautönen.
Beim Twink zählt das Aussehen, die Altersspanne gehört seinem Verehrer
Schlank, jung und wenig behaart: Das sind die 3 Merkmale des Twinks. Die oft genannte Altersspanne von 18 bis 25 Jahren beschreibt allerdings das Beuteschema des Twink-Lovers, also des Mannes, der auf Twinks steht. Ältere mit jugendlichem Aussehen fallen für ihn ebenfalls darunter.
Beim Sex bleibt die Rolle davon unberührt. Der Kurzschluss vom Twink zum devoten Part führt in die Irre. Ob sich jemand Twink nennt, entscheidet er selbst. Wer beim Sex aktiv ist, vermerkt das am besten ausdrücklich im Profil. Zur Herkunft bleibt es bei einer Spekulation: der Twinkie-Kuchen, süß gefüllt und mit geringem Nährwert.
Daddy und DILF sind Rollenbilder statt Altersklassen
Daddy und DILF beschreiben eine Rolle, und das Alter liefert dazu den groben Rahmen. DILF steht für Daddy I’d like to fuck, und wer nach DILFs sucht, meint genau diesen Typ. Als Orientierung stehen 40 bis 60 Jahre für den Daddy und 30 bis 50 für den DILF. Darüber beginnt der GILF (Grand-Dad I’d like to fuck). Entscheidend bleibt das Gefälle: 5 oder 10 Jahre Unterschied genügen, sofern der Ältere der dominantere Teil ist.
Wie bei den Tieren zählt die Zuschreibung mehr als die Jahreszahl. Daddy zielt weniger auf das Alter als auf die Lebens- und Liebesart, auf Fürsorge und die führende Rolle. Der Sugar-Daddy sponsert Studiengebühren, Reisen und Mode, während beim Daddy die Beziehung im Vordergrund steht. Für den ergrauten Typ steht noch der Silver Fox bereit. Der Vaterstatus bleibt bei alldem außen vor.
Der Jock hängt an einem Kleidungsstück von 1874
Über ein Wäschestück definiert sich der Jock, und der Jockstrap ist 1874 entstanden. Das Unternehmen Sharp & Smith entwickelte ihn für Radfahrer und Reiter, die ihre Genitalien vor Strapazen schützen wollten. Seinen heutigen Namen trägt er wohl seit 1891, davor hieß er Suspensorium. Der Jockey vom Pferderennen steckt vermutlich in der Bezeichnung. Getragen wurde er anfangs wie ein Tanga, mit Kordel zwischen den Backen.
In der Szene meint Jock heute den sportlichen und oft sexuell aktiven Typ. Zugleich bezeichnet das Wort einen Fetisch auf sportliche Kleidung wie Trikots, Shorts und Turnschuhe. Damit ist er der einzige Tribe, dessen Bedeutung an einem Gegenstand hängt statt am Körper. Ein kurioses Detail aus der Frühzeit: Der Electric Belt war ein Jockstrap unter Niedrigstrom, der angeblich gegen Schlaflosigkeit und Blasenleiden helfen sollte. Seit 2019 hat das Teil sogar einen eigenen Tag: den internationalen Jockstrap Day am 1. Mai.
12 weitere Typen kommen aus der Grindr-Auswahl
12 weitere Gay Tribes stammen aus der Auswahlliste einer Dating-App. Genannt werden Rugged, Bull, Pup, Pig, Gaymer, Gym-Bunny, Poz, Himbo, Leather, Discreet, Geek und Clean-Cut. Ein Rugged ist der Naturbursche, und wer bei Grindr danach sucht, meint diesen Typ.
Die 12 Typen sortieren nach anderen Kriterien als Behaarung, Statur und Alter. Beim Bull zählen allein die Muskeln, unabhängig von der Behaarung. Damit streicht er genau das Merkmal, das die Bärenfamilie zusammenhält. Gaymer und Geek gehen nach Hobby, Himbo nach Auftreten, Discreet nach Offenheit, Pup und Leather nach Vorliebe. Poz steht für einen offen angegebenen positiven Status beim humanen Immundefizienz-Virus (HIV). Die Praxis hinter Pup und Leather steht in BDSM, Fetisch & Kink; als Label im Profil sagen beide erst einmal nur, worauf jemand steht.
Im Darkroom zählen Dresscode, Signale und Grenzen
4 Punkte klärt der Darkroom-Knigge, und der erste ist die Kleidung. Ein Darkroom ist in der Regel ein abgesonderter Raum einer Bar oder eines Clubs und damit etwas anderes als ein Swingerclub. Häufig gilt dort ein Motto oder ein Dresscode. Im Dunkeln arbeiten andere Sinne mit, deshalb macht es einen Unterschied, ob jemand Gummi, Leder oder ein Shirt trägt.
Signale, Kommunikation und Sicherheit folgen darauf. Wer im Darkroom ficken will, achtet auf die Körpersignale der anderen Gäste. Eine Abfuhr gehört in einen freundlichen Satz, und eine solche zu akzeptieren gehört ebenso dazu. Gespräche bleiben beim Anlass, für Klatsch ist an der Bar Zeit. Die Sicherheit hat 2 Seiten. Kondom tragen und im Zweifel nachfühlen ist die eine, Wertsachen an Theke oder Garderobe lassen die andere, weil das schwache Licht auch Langfingern hilft.
Beim Hanky Code zeigt die Farbe das Interesse, die Seite die Rolle
26 Einträge auf 3 Farbtafeln bilden den Hanky Code: 9 Basics, 14 Erweiterungen und 3 Materialien. Der Aufbau funktioniert in allen 3 Tafeln nach denselben 2 Achsen. Die Farbe steht für ein sexuelles Interesse, und die Körperseite des Trägers zeigt die Rolle an. Schwarz markiert Heavy BDSM mit Top links und Bottom rechts. Rot steht für Fisting mit aktiv links und passiv rechts, Navy für Anal nach demselben Muster.
Bandana-Code und Flagging bezeichnen dasselbe Signalsystem. Als Herkunft gelten vermutlich die Goldrausch-Siedler in San Francisco im 19. Jahrhundert. Weit verbreitet war das System in den 70ern und 80ern in den USA, mit dem Tuch in der linken oder rechten Gesäßtasche. Heute tauchen die Farben auch auf Harnesses auf. Innerhalb der Community kennt allerdings nur ein Teil den Code, was die Signalwirkung begrenzt.
4 Gedenktage und die Wörter dahinter
4 Stichwörter hängen an einem Datum, und 3 davon brauchen mehr Erklärung als der Tag selbst. Der Pansexual & Panromantic Awareness Day am 24. Mai räumt mit 6 Klischees auf. Der Pansexual Pride Day am 8. Dezember liefert die Begriffsgeschichte bis 1914 und die Flagge von 2010. Der Intersex Day of Remembrance am 8. November erklärt Intergeschlechtlichkeit und schließt 2 Wochen ab, die am 26. Oktober beginnen. Und der Weltmännertag am 3. November, seit 2000 von Wiener Andrologen ausgerufen, dreht sich um Männergesundheit.
Pansexualität meint Anziehung unabhängig vom Geschlecht. Um das Wort „geschlechtsblind“ gibt es allerdings Streit: Für die einen trifft es die Sache, für die anderen ist es ein Klischee. Auch die Abgrenzung zur Bisexualität fällt uneinheitlich aus. Eine Lesart verortet Bisexuelle innerhalb der Geschlechterbinarität, eine andere lässt sie zu 2 oder mehr Geschlechtern tendieren. Für dich heißt das: Die Definitionen sind umstritten und werden je nach Quelle anders gezogen.
Häufige Fragen zum Gay Wiki
Was ist ein Gay Otter?
Ein Gay Otter ist ein schwuler Mann mit kräftiger Körperbehaarung und schlankem bis mittlerem Körperbau, also behaart wie ein Bär, aber leichter und kleiner. In der Szene heißt er auch Mini-Bär. Das Label beschreibt einen Look und lässt Vorlieben und Rolle offen.
Was ist ein Jock in der Gay-Szene?
Als Jock gilt in der Gay-Szene der sportliche und oft sexuell aktive Typ. Das Wort kommt vom Jockstrap, einem Wäschestück von 1874, und bezeichnet zugleich einen Fetisch auf sportliche Kleidung wie Trikots, Shorts und Turnschuhe.
Was ist ein Twink?
Ein Twink ist ein schlanker, junger Mann mit wenig Körperbehaarung. Die oft genannte Spanne von 18 bis 25 Jahren beschreibt das Beuteschema seiner Verehrer. Die Rolle beim Sex bleibt davon unberührt.
Was sind Gay Tribes bei Grindr?
Gay Tribes sind Kurzbezeichnungen für Typen von Männern, die als Filter in Dating-App-Profilen dienen. Bär, Otter, Twink, Jock und DILF sind die bekanntesten, 12 weitere wie Rugged, Bull, Pup und Gym-Bunny kommen aus der Grindr-Auswahl. Die meisten Labels beschreiben einen Look, einige wie Poz oder Leather einen Status oder eine Vorliebe, und alle bleiben Selbstzuschreibungen.
Wofür stehen die Farben im Hanky Code?
Jede Farbe im Hanky Code steht für ein sexuelles Interesse, die Körperseite des Trägers für die Rolle. Schwarz meint Heavy BDSM, Rot steht für Fisting, Navy für Anal, jeweils links aktiv und rechts passiv. Die Übersicht umfasst 26 Einträge in 3 Tafeln.