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Sextoys reinigst du direkt nach jedem Gebrauch mit lauwarmem Wasser und milder, parfümfreier Seife. Danach vollständig trocknen lassen. Wie weit du sonst noch gehen kannst, entscheidet allein das Material: Silikon, Glas und Edelstahl lassen sich desinfizieren, poröse Weichkunststoffe nicht.
Die Grundreinigung, die für fast alles reicht
Lauwarmes Wasser und milde Seife decken die tägliche Reinigung ab. Wichtig ist der Zeitpunkt. Angetrocknete Körperflüssigkeiten und Gleitgelreste lassen sich später deutlich schlechter entfernen, und beides ist Nahrung für Bakterien.
Achte auf Rillen, Adern und Sockelkanten. Dort sammelt sich, was die Handfläche nicht erreicht. Ein Toy gehört außerdem vor dem allerersten Einsatz und nach längerer Lagerung gesäubert, weil sich auch in der Schublade Staub absetzt.
Antibakterielle Seife brauchst du dafür nicht. Die amerikanische Arzneimittelbehörde (Food and Drug Administration, FDA) hat 2016 den Verkauf von 19 antibakteriellen Wirkstoffen in Wasch- und Seifenprodukten für Verbraucher untersagt, darunter Triclosan. Der Grund: Die Hersteller konnten weder die Langzeitsicherheit noch einen Vorteil gegenüber gewöhnlicher Seife belegen. Für Toys gilt dasselbe. Milde und parfümfreie Seife reicht und bleibt schonend zur Schleimhaut.
Finger weg von Allzweckreinigern und aggressiven Flächendesinfektionsmitteln. Sie greifen die Oberfläche an, und Reste davon landen anschließend in dir.
Welche Reinigung zu welchem Material passt
Vier Materialkürzel tauchen auf jeder Verpackung auf. TPE steht für thermoplastisches Elastomer, TPR steht für thermoplastischen Kautschuk, PVC steht für Polyvinylchlorid und ABS steht für den Hartkunststoff Acrylnitril-Butadien-Styrol. Welches davon in deinem Toy steckt, entscheidet über jeden Schritt jenseits der Seife.
| Material | Grundreinigung | desinfizierbar | auskochen |
|---|---|---|---|
| Silikon (100 %) | Wasser und milde Seife | ja | ja, ohne Motor |
| Glas (Borosilikat) | Wasser und milde Seife | ja | ja, wenn gehärtet |
| Edelstahl | Wasser und milde Seife | ja | ja |
| ABS-Hartplastik | abwaschen, nicht einweichen | ja, mit Alkohol | nein, verformt sich |
| TPE, TPR und Cyberskin | nur Oberfläche, danach Pflegepuder | nein | nein |
| Jelly und PVC | abwaschen, Kondom drüber | nein | nein |
| Elektronische Toys | feucht abwischen | ja, mit Alkohol | nein |
Nur die oberen 3 Zeilen sind uneingeschränkt behandelbar. Ein Toy mit unbekanntem Material behandelst du sicherheitshalber wie ein poröses.
Desinfizieren: was davon wirklich funktioniert
Desinfektion lohnt in 2 Fällen: bei Toys, die du mit jemandem teilst, und nach einer Infektion. Im Alltag reicht Seife. Für die beiden Ausnahmen stehen 4 Methoden zur Auswahl.
Auskochen ist die einfachste. Nicht-poröse Toys ohne Motor kommen in sprudelnd kochendes Wasser. Die Angaben zur Dauer gehen auseinander, die gängigen Empfehlungen liegen zwischen 3 und 10 Minuten. Nimm einen Topf, den du nur dafür benutzt, und dreh das Toy zwischendurch, damit jede Seite freiliegt.
Die Spülmaschine funktioniert für dieselbe Materialgruppe. Oberer Korb, ohne Spülmittel und ohne Heiztrocknung. Alles mit Akku oder Motor gehört nicht hinein.
70-prozentiger Isopropylalkohol ist die schnelle Variante für zwischendurch und die richtige Antwort, wenn du nach einem Desinfektionsmittel für Sextoys suchst. Er eignet sich für Silikon, Glas, Edelstahl und ABS, also für alle nicht-porösen Materialien. Danach mit klarem Wasser abspülen. Bei TPE und TPR hat Alkohol nichts verloren, er macht das Material spröde und rissig.
Bleiche stand jahrzehntelang in jedem Ratgeber und ist heute die letzte Wahl. Wenn überhaupt, dann in der von medizinisch geprüften Quellen genannten Verdünnung von 1 Teil Bleiche auf 9 Teile Wasser, mit rund 2 Minuten Einwirkzeit, ausschließlich bei reinem Silikon ohne Elektronik, und danach sehr gründlich abgespült. Ältere Anleitungen nennen deutlich längere Einwirkzeiten. Davon ist abzuraten, weil Chlorbleiche das Material angreift und Rückstände die Schleimhaut reizen. Auskochen desinfiziert genauso zuverlässig und greift das Material nicht an.
Warum poröse Toys nicht keimfrei werden
TPE, TPR, Jelly und PVC fühlen sich weich an und haben eine Oberfläche voller mikroskopischer Poren. Bakterien und Viren gelangen dort hinein, kein Reinigungsmittel kommt hinterher.
Eine Untersuchung von 2014 hat das an Vibratoren gemessen. Teilgenommen haben 12 Personen, bei 9 von ihnen wurde humanes Papillomvirus nachgewiesen. Auf den TPE-Vibratoren war das Virus direkt nach der Reinigung noch auf 56 % der Proben zu finden, und bei 40 % der zuvor positiven Proben auch 24 Stunden danach. Auf den Silikonvibratoren war nach 24 Stunden keine einzige Probe mehr positiv. Die Studie ist klein, aber der Unterschied zwischen den Materialien ist eindeutig.
Praktisch heißt das: Poröse Toys bekommen ein Kondom, das du nach jedem Gebrauch wechselst, besonders wenn ihr sie zu zweit benutzt. Zeigt ein solches Toy Verfärbungen, Risse oder klebrige Stellen, ist es verbraucht.
Die Zusammensetzung von TPE, Jelly und PVC ist der zweite Kritikpunkt. Eine Untersuchung von 2023 hat 4 Toys aus dem Handel auf Weichmacher geprüft und in allen 4 Phthalate über dem gesetzlichen Grenzwert gefunden, darunter Stoffe, die nach europäischer Chemikalienverordnung nicht zulässig sind. Betroffen waren auch Produkte, die als Silikonmischung verkauft wurden. Welche Materialien sonst noch heikel sind, steht im Überblick zu gefährlichen Sextoys.
Vibratoren und alles mit Akku
Elektrische Toys teilen sich in 2 Gruppen, und die Kennzeichnung auf der Verpackung sagt dir, in welche deine gehört. Ist dein Vibrator als wasserdicht gekennzeichnet, wäschst du ihn wie jedes andere Toy unter fließendem Wasser mit Seife ab.
Ein Vibrator ohne Wasserdicht-Kennzeichnung bleibt aus dem Becken heraus. Du nimmst ein Tuch mit warmem Seifenwasser, wischst gründlich ab und sparst Knöpfe, Nähte und die Ladebuchse aus. Zum Desinfizieren eignet sich ein Tuch mit 70-prozentigem Isopropylalkohol.
In den Kochtopf oder die Spülmaschine kommt kein Gerät mit Motor oder Akku, unabhängig vom Material der Hülle. Die Hitze zerstört Dichtungen und Elektronik.
Dildos aus Silikon, Glas und Edelstahl
Silikon, Glas und Edelstahl sind die pflegeleichtesten Materialien. Dildos aus reinem Silikon und Plugs aus Edelstahl vertragen Seife, Alkohol, kochendes Wasser und die Spülmaschine.
Glastoys hängen von der Herstellung ab. Verwendet wird meist Borosilikatglas, das gehärtet ist und kochendes Wasser problemlos aushält. Ist ein Glastoy nicht gehärtet, kann der Temperatursprung es zerspringen lassen. Notwendig ist das Auskochen ohnehin nicht, Glas ist völlig glatt und mit Seife oder Alkohol schnell sauber.
Silikon hat eine Eigenart: Es nimmt Gerüche auf. Wenn dein Analplug nach einiger Zeit riecht, obwohl er sauber ist, liegt es daran. Auskochen löst das Problem, Abwaschen nicht.
Masturbatoren und Fleshlights
In Masturbatoren sitzt der Schmutz innen, und genau dort trocknet auch am wenigsten. Modelle aus TPE und Kunststoff reinigst du mit Wasser und milder Seife, den herausnehmbaren Einsatz nimmst du dafür heraus.
Die Original-Fleshlight ist ein Sonderfall. Der Hersteller nennt warmes Wasser zusammen mit dem eigenen Fleshwash als Reinigung und empfiehlt das Renewing Powder ausdrücklich, um die Oberfläche wieder griffig statt klebrig zu machen. Bei klaren Sleeves bleibt das Puder weg, es trübt sie ein. Reinigungsmittel und Alkohol haben an dem Material nichts zu suchen.
Entscheidend ist die Trocknung. Der Sleeve muss vollständig durchgetrocknet sein, bevor er verstaut wird, sonst bildet sich Schimmel im Inneren. Der Hersteller rät zu einem kühlen, luftigen Platz und dazu, ein Papiertuch durch den Sleeve zu ziehen. Auf links drehen solltest du ihn dabei nicht, das erzeugt feine Risse im Material.
Trocknen und aufbewahren
Restfeuchte ist der häufigste Fehler nach einer ansonsten sauberen Reinigung. Tupfe das Toy mit einem fusselfreien Tuch ab und lass es anschließend an der Luft vollständig trocknen, bevor es in die Schublade wandert.
Die Lagerung folgt 3 Punkten. Jedes Toy bekommt einen eigenen Stoffbeutel oder eine eigene Dose. Luftdichte Plastiktüten sind ungeeignet, weil Restfeuchte darin bleibt. Und Silikon gehört nicht in direkten Kontakt mit TPE oder anderen Weichkunststoffen, die Materialien reagieren miteinander und verschmelzen über Monate. Mehr dazu steht im Ratgeber zur Aufbewahrung von Sextoys.
Ein Wort zum Gleitgel: Silikonbasiertes Gleitgel greift Silikon-Toys an. Für alles aus Silikon nimmst du wasserbasiertes, dann bleibt die Oberfläche länger intakt. Die vollständige Verträglichkeitstabelle steht im Materialguide.
Häufige Fragen zur Reinigung von Sextoys
Rund um die Reinigung tauchen 8 Fragen besonders häufig auf. Sie decken Seife, Desinfektionsmittel, Auskochen, elektrische Toys und den Geruch von Silikon ab.
Wie reinige ich meine Sextoys richtig?
Direkt nach jedem Gebrauch mit lauwarmem Wasser und milder, parfümfreier Seife, mit Blick auf Rillen und Kanten, danach vollständig trocknen lassen. Das deckt den Alltag ab. Jeder weitere Schritt hängt am Material: Silikon, Glas und Edelstahl lassen sich zusätzlich auskochen oder mit Alkohol desinfizieren, poröse Materialien wie TPE und Jelly nicht.
Reicht normale Seife oder brauche ich einen Toy-Cleaner?
Milde, parfümfreie Seife reicht für nicht-poröse Toys aus. Ein Toy-Cleaner ist bequemer, weil du ihn aufsprühst und abspülst, und er ist bei porösen Materialien die bessere Wahl, weil ein desinfizierender Cleaner mehr leistet als Seife. Antibakterielle Seife brauchst du in keinem Fall, die FDA hat solche Zusätze 2016 für Verbraucherprodukte untersagt, weil der Nutzen nicht belegt war.
Welches Desinfektionsmittel eignet sich für Sextoys?
70-prozentiger Isopropylalkohol ist die praktikabelste Lösung für Silikon, Glas, Edelstahl und ABS-Plastik. Auftragen, wirken lassen, mit klarem Wasser abspülen. Bei TPE, TPR und Jelly bringt er nichts, weil er die Poren nicht erreicht, und er macht das Material spröde. Handelsübliche Flächendesinfektionsmittel gehören nicht auf Toys, ihre Rückstände reizen die Schleimhaut.
Kann man Silikon-Dildos abkochen?
Ja, sofern der Dildo aus 100 % Silikon besteht und keinen Motor oder Akku enthält. Die Empfehlungen zur Dauer liegen zwischen 3 und 10 Minuten. Verwende einen eigenen Topf und dreh das Toy zwischendurch. Bei Dildos aus einer Silikonmischung, erkennbar an einem sehr niedrigen Preis, verzichtest du besser darauf, weil die Beimischungen die Hitze schlechter vertragen.
Wie reinige ich einen Vibrator?
Wasserdichte Modelle wäschst du unter fließendem Wasser mit Seife ab. Ist der Vibrator nicht als wasserdicht gekennzeichnet, wischst du ihn mit einem Tuch und warmem Seifenwasser ab und hältst Knöpfe und Ladebuchse trocken. Zum Desinfizieren nimmst du ein Tuch mit 70-prozentigem Isopropylalkohol. In den Kochtopf oder die Spülmaschine gehört kein Gerät mit Elektronik.
Wie reinige ich einen Masturbator und wie lange muss er trocknen?
Mit Wasser und milder Seife, den Einsatz dafür herausnehmen, falls er herausnehmbar ist. Bei der Original-Fleshlight nur warmes Wasser und das Fleshwash des Herstellers. Zur Trockenzeit gibt es keine offizielle Angabe, entscheidend ist, dass der Sleeve vollständig durchgetrocknet ist, bevor du ihn verstaust. Ein Papiertuch durch den Sleeve beschleunigt das, auf links drehen solltest du ihn dabei nicht.
Warum riecht mein Silikon-Toy, obwohl es sauber ist?
Silikon nimmt Gerüche in die Oberfläche auf, das hat nichts mit Restschmutz zu tun. Abwaschen löst es deshalb nicht. Auskochen entfernt den Geruch zuverlässig, sofern das Toy keinen Motor enthält. Riecht ein Toy aus TPE oder Jelly, ist das ein anderes Signal: Dort steckt der Geruch in den Poren, und das Toy hat seine Lebensdauer hinter sich.
Wie reinige ich Toys nach einer Infektion?
Nicht-poröse Toys aus Silikon, Glas oder Edelstahl kochst du aus oder gibst sie ohne Spülmittel in den oberen Korb der Spülmaschine. Beides bringt sie auf einen Stand, den Abwaschen nicht erreicht. Poröse Toys aus TPE, Jelly oder PVC lassen sich nach einer Infektion nicht zuverlässig sanieren und werden besser ersetzt, weil Erreger dort nachweislich auch nach der Reinigung überdauern.
