• English
  • BDSM Story Kinbaku. Symbolbild: Ein Mann hängt in den Seilen vor schwarzem Hintergrund. BDSM story Kinbaku. Symbolic image: A man hangs in ropes against a black background.

    BDSM Story Kinbaku: Vertrauen am Seil (Submissiver Mann & erfahrener Rigger)

    Foto des Autors
    UserVoice
    Zuletzt aktualisiert: 09.01.2026
    Lesezeit:
    4 Min

    Hinweis: Nutzerbeitrag mit erotischem Inhalt 
    Die folgende Geschichte wurde von einem Nutzer eingereicht und enthält erotische Inhalte. Es handelt sich um eine persönliche Fantasie bzw. einen Erlebnisbericht des Autors. Tom Rocket’s distanziert sich ausdrücklich vom Inhalt dieser Story und macht sich weder die dargestellten Handlungen noch Meinungen zu eigen. Die Veröffentlichung dient der freien Meinungsäußerung und Unterhaltung im Rahmen unserer Community-Richtlinien. 

    Ich hatte das Studio lange nur von außen gekannt. Ein nüchterner Altbau, unscheinbar, eine schmale Klingel mit einem Namen, der nichts verriet. Trotzdem wusste ich, was mich drinnen erwartete: Seile, Raum, Zeit – und jemand, der sie zu lesen verstand. Ich war nervös, aber nicht ängstlich. Nervosität war Teil der Entscheidung, die ich längst getroffen hatte.
    Der Rigger öffnete mir mit einem ruhigen Lächeln. Er war kein Mann der großen Gesten. Seine Stimme war niedrig, sachlich, warm. Wir setzten uns zuerst an den Tisch, Holz, abgewetzt, mit einer Kanne Tee. Das Gespräch war gründlich und langsam. Grenzen, Wünsche, No-Gos. Ein Safeword, das nicht verspielt klang, sondern praktisch. Ich sagte, dass ich neu war im Seil, aber nicht neu im Loslassen. Er nickte, machte sich Notizen, sah mir dabei nicht in die Augen, als wollte er mir Raum geben, meine Worte selbst zu hören.
    Er erklärte Kinbaku nicht als Technik, sondern als Sprache. Seile seien Sätze, Knoten Kommas, Pausen wichtig. Vertrauen sei die Grammatik. Ich merkte, wie meine Schultern sanken, wie mein Atem ruhiger wurde. Es war seltsam intim, so nüchtern über Nähe zu sprechen.
    Der Raum war klar, fast minimalistisch. Matten, Haken in der Decke, ordentlich aufgewickelte Seile. Er ließ mich wählen: Baumwolle oder Jute. Ich entschied mich für Jute, weil sie ehrlicher roch. Er prüfte die Seile sorgfältig, rieb sie kurz über seine Handflächen, als würde er sie wecken. Dann bat er mich, mich in die Mitte des Raumes zu stellen.
    Die ersten Berührungen waren sachlich. Er legte mir das Seil um die Handgelenke, nicht fest, nur anliegend. „Sag mir, wenn etwas nicht stimmt“, sagte er, und wartete. Ich sagte nichts, weil nichts nicht stimmte. Die Spannung war nicht im Körper, sondern in der Erwartung. Jeder Knoten wurde erklärt, nicht aus Pflicht, sondern aus Respekt. Ich fühlte mich beteiligt, nicht ausgeliefert.
    Mit jedem Zug des Seils wurde mein Körper präsenter. Ich spürte meine Haltung, mein Gewicht, die Art, wie ich stand. Das Seil lenkte mich, ohne zu zwingen. Als meine Arme höher geführt wurden, kam ein Zittern, das weniger Angst als Hingabe war. Er bemerkte es sofort, legte eine Hand an meinen Rücken, fest und ruhig. Diese Geste war wichtiger als alles andere.
    Zeit verlor an Bedeutung. Ich weiß nicht mehr, wie viele Schichten Seil es waren, nur dass jede ihre eigene Temperatur hatte. Warm von seinen Händen, kühl in den Pausen. Er arbeitete konzentriert, fast meditativ. Ich hörte seinen Atem, gleichmäßig, kontrolliert. Es gab keinen Moment, in dem ich mich allein fühlte.
    Als er mich an die Deckenhaken führte, fragte er erneut. Ich nickte. Das Nicken war kein Automatismus, sondern eine Entscheidung. Der Boden entfernte sich langsam. Nicht schwebend, eher getragen. Mein Körper lernte eine neue Art von Gleichgewicht. Die Seile hielten mich, aber noch mehr hielt mich das Wissen, dass er jeden Zentimeter im Blick hatte.
    In der Stille hörte ich mein eigenes Blut rauschen. Gedanken kamen und gingen, ohne festzuhängen. Ich war nicht leer, sondern klar. Submissiv zu sein fühlte sich hier nicht klein an, sondern fokussiert. Ich war da, ganz.
    Er sprach wenig. Wenn, dann präzise. Einmal fragte er nach meiner Atmung, einmal nach meinen Händen. Er berührte mich, um zu prüfen, nicht um zu reizen. Trotzdem war jede Berührung intensiv. Es ging nicht um Erregung im üblichen Sinn, sondern um eine dichte Form von Nähe.
    Als er mich wieder abließ, langsam, kontrolliert, spürte ich eine Dankbarkeit, die überraschend nüchtern war. Kein Überschwang, kein Drama. Nur ein tiefes Gefühl von Richtigkeit. Er löste die Knoten ebenso sorgfältig, wie er sie gesetzt hatte. Das Seil verließ meinen Körper, aber die Erinnerung blieb.
    Nach der Session saßen wir wieder am Tisch. Wasser, eine Decke um meine Schultern. Nachgespräch, so wichtig wie alles davor. Er fragte, wie es mir ging. Ich suchte nach Worten und fand einfache. „Gehalten“, sagte ich. Er lächelte, diesmal ein wenig mehr.
    Als ich ging, fühlte sich die Straße draußen fremd an, lauter als zuvor. Ich trug keine Seile mehr, aber etwas hatte sich gesetzt. Vertrauen war kein abstrakter Begriff mehr, sondern etwas, das man knüpfen konnte. Knoten für Knoten.

    Schreibe einen Kommentar