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Der Würgereflex lässt sich auf 2 Wegen ausschalten: kurzfristig durch Ablenkung und die richtige Kopfhaltung, dauerhaft durch tägliche Gewöhnung über 4 bis 8 Wochen. Beides funktioniert, weil der Reflex kein fester Schalter ist, sondern eine Schwelle. Die Schwelle lässt sich verschieben.
Was der Würgereflex ist und wozu er dient
Der Würgereflex ist ein Schutzreflex, der Fremdkörper aus den Atemwegen fernhält. Ausgelöst wird er an 4 Stellen: der hinteren Rachenwand, der Mandelregion, dem Zungengrund und dem weichen Gaumen. Berührt dort etwas die Schleimhaut, ziehen sich die Rachenmuskeln zusammen und schieben es nach vorn.
Der Rest des Mundraums ist unempfindlich. Genau deshalb wirkt die Kopfhaltung so stark, denn sie entscheidet, welche dieser 4 Zonen überhaupt berührt werden.
Beteiligt sind 3 Hirnnerven. Der Nervus glossopharyngeus meldet die Berührung aus dem hinteren Rachen und vom Zungengrund. Der Nervus trigeminus übernimmt das für den weichen Gaumen. Der Nervus vagus steuert die Muskelantwort. Früher galt das Zäpfchen als Auslöser, das ist überholt.
Ein Detail lohnt sich noch. Die Medizin unterscheidet den direkten Würgereflex, bei dem sich die Muskeln auf der berührten Seite zusammenziehen, vom konsensuellen, bei dem die Gegenseite mitreagiert. Praktisch heißt das: 1 ungünstiger Winkel genügt, und der ganze Rachen zieht zu.
Der harte Gaumen vorn im Mund besteht teilweise aus Knochen. Der weiche Gaumen ist der bewegliche hintere Teil des Gaumendachs und besteht aus Muskeln und Schleimhaut. Für den Penis ist der Unterschied deutlich spürbar.
Nicht jeder hat einen starken Würgereflex
Der Würgereflex ist ungleich verteilt. In einer Untersuchung an 140 Personen ließ sich bei 37 % überhaupt kein Würgereflex auslösen. Am anderen Ende reagieren 10 bis 15 % der Menschen so stark, dass Zahnärzte das als eigenes Behandlungsproblem führen.
Raucher haben häufiger keinen auslösbaren Reflex. Der Grund ist derselbe wie beim Training: regelmäßige Reizung senkt die Empfindlichkeit.
Wenn bei dir sofort alles zusammenzieht, liegt das also nicht an fehlender Übung. Du startest schlicht von einer anderen Schwelle aus. Das Training wirkt trotzdem, es dauert nur länger.
Würgereflex unterdrücken: 6 Griffe für den Moment
Für den Moment brauchst du kein Training, sondern Ablenkung und Winkel. Diese 6 Griffe wirken sofort.
- Durch die Nase ausatmen. Ausatmen und Würgen schließen sich weitgehend aus. Atme aus, während der Penis tiefer gleitet.
- Den Daumen in die Faust nehmen. Daumen in die Handfläche legen, Finger darum schließen, fest drücken. Die Wirkung beruht auf Ablenkung, nicht auf einem Druckpunkt.
- Schlucken im richtigen Moment. Beim Schlucken hebt sich der Kehlkopf und der Weg wird für 1 bis 2 Sekunden frei. Wer den Moment trifft, kommt tiefer.
- Den Kopf nach hinten strecken. Rücklings mit dem Kopf über der Bettkante liegt der Rachen fast gerade. Der Penis streift den weichen Gaumen dann weniger.
- Salz auf die Zungenspitze. Eine Prise Salz gibt dem Nervensystem einen konkurrierenden Reiz. Wirkt bei manchen, bei anderen gar nicht.
- Die Zunge unten lassen. Eine angespannte Zunge drückt selbst gegen den Gaumen und löst mit aus.
Zum Daumengriff und zu den verwandten Druckpunkten am Handgelenk gibt es Studien. Ein Cochrane-Review fand keinen klaren Unterschied gegenüber einer Scheinbehandlung. Der Effekt ist damit vermutlich Ablenkung. Wertlos macht ihn das nicht, denn Ablenkung ist genau das, was in diesem Moment hilft.
Würgereflex abtrainieren: der Ablauf über 4 bis 8 Wochen
Abtrainieren funktioniert über Habituation. Habituation ist die Gewöhnung an einen wiederholten Reiz: Der Körper bekommt dasselbe Signal so oft, dass er es als ungefährlich einstuft und die Antwort herunterfährt. Der Würgereflex ist ein polysynaptischer Reflex, und genau das macht ihn dieser Gewöhnung zugänglich.
Fachlich heißt dieses Vorgehen Desensibilisierung. Du brauchst dafür 3 Dinge: ein Werkzeug, 2 Minuten am Tag und einen Plan, wie du steigerst. Alle 3 stehen in den folgenden Abschnitten.
Die Zahnbürsten-Methode
Die Zahnbürste ist das Standardwerkzeug, weil du sie ohnehin täglich in der Hand hast.
- Ansetzen. Führe die Bürste so weit nach hinten auf die Zunge, wie es ohne Würgen geht.
- Halten. Bleib etwa 15 Sekunden an dieser Stelle stehen.
- Bürsten. Bürste die Stelle 3 bis 5 Sekunden sanft.
- Steigern. Am nächsten Tag setzt du wenige Millimeter weiter hinten an.
- Grenze beachten. Am weichen Gaumen selbst nicht mehr bürsten, das reizt nur.
Setzt Husten oder Würgen ein, bleib an der Stelle, statt sofort zurückzuziehen. Beides klingt nach wenigen Sekunden ab. Genau dieses Abklingen ist der Lerneffekt.
Vom Finger zum Dildo
Sobald die Bürste keinen Reiz mehr auslöst, brauchst du mehr Durchmesser. Ein Finger ist der nächste Schritt, danach ein kleiner Dildo aus Silikon. Arbeite dich in Größenschritten vor, nicht in Sprüngen.
Wichtig ist die Regelmäßigkeit, nicht die Dauer der einzelnen Einheit. 2 Minuten täglich bringen mehr als eine halbe Stunde am Wochenende.
Wie lange es dauert
Sei hier realistisch. In der Zahnmedizin wird genau dieses Vorgehen bei überempfindlichen Patienten eingesetzt, und die dort beschriebenen Programme laufen im Schnitt über rund 19 Wochen.
Bei dir kann es schneller gehen, weil deine Ausgangsschwelle vermutlich niedriger liegt als bei einem klinischen Fall. Mit spürbaren Fortschritten kannst du nach 2 bis 4 Wochen rechnen. Wer nach 7 Tagen aufgibt, hat die Methode nicht getestet, sondern nur angefangen.
Beim Blasen nicht würgen: Position und Absprache
Deep Throat bezeichnet die Aufnahme des Penis über den Mundraum hinaus bis in den Rachen. Die meisten Würgemomente entstehen dabei am Winkel, nicht an der Schwelle. Im Sitzen oder Knien treffen Mundhöhle und Rachen in einem Winkel von fast 90 Grad aufeinander. Der Penis trifft dann frontal auf den weichen Gaumen. 3 Positionen entschärfen das.
- Rücklings mit hängendem Kopf. Über der Bettkante liegt der Weg am geradesten. Die wirksamste Variante, auf Dauer allerdings anstrengend für den Nacken.
- Auf allen vieren, Kinn leicht gehoben. Weniger extrem, dafür lange durchhaltbar.
- Von der Seite. Der Penis gleitet an der Wange vorbei statt frontal gegen den Gaumen.
Die Absprache gehört dazu. Sag deinem Gegenüber vorher, dass du die Tiefe bestimmst. Ein vereinbartes Handzeichen ersetzt Worte, solange dein Mund besetzt ist. Wer das vorher klärt, kann sich hinterher fallen lassen, statt gegenzuhalten.
Wie du daraus eine volle Technik machst, steht im Deepthroat-Training. Aus Sicht dessen, der gibt, lohnt außerdem die Blowjob-Anleitung.
Was Betäubungssprays leisten und was nicht
Ein Deepthroat-Spray ist ein Rachenspray mit örtlichem Betäubungsmittel, meist Lidocain oder Benzocain. Diese Sprays setzen die Empfindlichkeit im Rachen für etwa 20 bis 30 Minuten herab. Sie senken die Schwelle also chemisch statt durch Gewöhnung.
2 Dinge solltest du dabei wissen. Erstens trainiert das nichts. Nach dem Abklingen liegt die Schwelle dort, wo sie vorher lag. Zweitens dämpft das Spray denselben Reflex, der dich vor Verschlucken schützt. Weniger Rückmeldung bedeutet weniger Warnung.
Als Hilfsmittel für einzelne Situationen ist das in Ordnung. Als Ersatz für Training taugt es nicht.
Wann du aufhören solltest
Würgen selbst ist harmlos. 2 bis 3 Sekunden Husten und tränende Augen gehören dazu und hinterlassen nichts. Bei diesen 4 Zeichen ist trotzdem Schluss.
- Es kommt zum Erbrechen. Magensäure greift den Zahnschmelz und die Speiseröhre an. Danach den Mund mit Wasser spülen und mindestens 30 Minuten mit dem Zähneputzen warten.
- Du bekommst keine Luft. Sofort zurückziehen. Das betrifft die Atemwege und ist keine Frage von Durchhalten.
- Halsschmerzen oder Heiserkeit halten an. Dann pausiert das Training, bis der Rachen wieder reizfrei ist.
- Es ist Blut dabei. Kleine Risse im Rachen heilen meist von selbst, anhaltende Blutung gehört ärztlich abgeklärt.
Anhaltende Übelkeit nach der Session ist ebenfalls ein Zeichen, den Umfang zurückzunehmen. Trainiere außerdem nicht bei Halsentzündung oder Erkältung. Gereizte Schleimhaut reagiert stärker, und du lernst dabei nichts.
Wer regelmäßig bis zum Erbrechen geht, sollte den Unterschied zwischen Würgen und Übergeben kennen. Was dabei im Körper passiert, steht im Beitrag über Blowjob und Übergeben. Für alle, die den Würgereiz gerade nicht loswerden, sondern nutzen wollen, gibt es Gagging als eigene Praktik.
Häufige Fragen zum Würgereflex
Rund um den Würgereflex tauchen 8 Fragen besonders häufig auf. Sie decken Dauer, Sofortmaßnahmen, Sicherheit und die Frage ab, ob sich der Reflex vollständig ausschalten lässt.
Kann man den Würgereflex komplett ausschalten?
Bei vielen Menschen praktisch ja. In einer Untersuchung an 140 Personen ließ sich bei 37 % kein Würgereflex mehr auslösen, oft nach jahrelanger Gewöhnung. Ganz verschwunden ist er damit nicht, die Schwelle liegt nur so hoch, dass sie im Alltag nicht mehr erreicht wird. Ein Abschalten auf Kommando gibt es nicht.
Wie lange dauert es, den Würgereflex abzutrainieren?
Erste Fortschritte zeigen sich meist nach 2 bis 4 Wochen täglichem Üben. Die klinischen Programme in der Zahnmedizin laufen im Schnitt über rund 19 Wochen, allerdings mit besonders empfindlichen Patienten. Entscheidend ist die tägliche Wiederholung. 2 Minuten am Tag wirken stärker als eine lange Einheit pro Woche.
Was hilft sofort gegen den Würgereiz?
Am zuverlässigsten wirkt Ausatmen durch die Nase im Moment des Eindringens. Dazu kommen der Daumen in der geschlossenen Faust, Schlucken im richtigen Moment und eine Kopfhaltung, die den Rachen streckt. Die Zunge sollte dabei locker unten liegen. Diese 4 Griffe verschieben die Schwelle kurzfristig, sie ersetzen kein Training.
Funktioniert der Daumen-in-die-Faust-Trick wirklich?
Bei manchen ja, allerdings vermutlich nicht aus dem Grund, der meist genannt wird. Ein Cochrane-Review zu Akupressur beim Würgereflex fand keinen klaren Unterschied zur Scheinbehandlung. Der Effekt kommt wahrscheinlich durch Ablenkung zustande. Da Ablenkung genau das ist, was in dem Moment hilft, bleibt der Griff einen Versuch wert.
Warum würge ich beim Blasen, aber nicht beim Zähneputzen?
Das liegt an Winkel und Durchmesser. Ein Penis ist deutlich dicker als eine Zahnbürste und trifft dabei den weichen Gaumen und den Zungengrund gleichzeitig. Dazu kommt die Anspannung, weil du dich beobachtet fühlst. Beides zusammen senkt den Punkt, ab dem der Reflex anspringt.
Sind Deepthroat-Sprays eine gute Lösung?
Für einzelne Situationen ja, als Dauerlösung nicht. Die Sprays betäuben den Rachen für etwa 20 bis 30 Minuten und senken die Empfindlichkeit chemisch. Trainiert wird dabei nichts, nach dem Abklingen liegt die Schwelle wieder auf dem Ausgangswert. Außerdem dämpfen sie denselben Reflex, der dich vor Verschlucken schützt.
Ist es gefährlich, den Würgereflex zu unterdrücken?
Der Reflex ist eine Schutzfunktion, und wer ihn dämpft, verliert einen Teil dieses Schutzes. Beim Blowjob bleibt das Risiko gering, weil ein Penis nicht in die Luftröhre gelangt. Kritisch wird es, sobald Betäubungsmittel mit Alkohol oder anderen Substanzen zusammentreffen. Dann fehlt die Rückmeldung an mehreren Stellen gleichzeitig.
Was mache ich, wenn ich mich übergeben habe?
Erst den Mund mit Wasser ausspülen, dann mindestens 30 Minuten mit dem Zähneputzen warten. Die Magensäure weicht den Zahnschmelz kurzzeitig auf, und Bürsten trägt ihn in diesem Zustand ab. Bei häufigem Erbrechen leidet außerdem die Speiseröhre. Wer das regelmäßig erlebt, sollte das Training zurückfahren statt es zu steigern.
