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title: "Vore: was der Fetisch bedeutet und welche Spielarten es gibt"
description: "Vore heißt: erregt von der Vorstellung, verschlungen zu werden. Was der Begriff bedeutet, welche Spielarten die Szene unterscheidet und was davon belegt ist."
url: https://gay-blog.tomrockets.com/vore-fetisch/
date_published: 2024-11-11
date_modified: 2026-07-29
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# Vore: was der Fetisch bedeutet und welche Spielarten es gibt

## Inhaltsverzeichnis

- [Was Vore ist](#was-vore-ist)
- [Was Vore nicht ist](#was-es-zur-vorarephile-noch-zu-wissen-gibt)
- [Die Spielarten von Vore](#zwei-arten-von-vorarephilie)
- [Sanft oder hart, tödlich oder nicht](#sanft-oder-hart-todlich-oder-nicht)
- [Woher der Vore-Fetisch kommt](#vore-fetisch-ursprung-bei-geburt-und-stillzeit)
- [Wie verbreitet Vore ist](#wie-verbreitet-vore-ist)
- [Warum das schwule Männer angeht](#warum-das-schwule-manner-angeht)
- [Wo Vore stattfindet](#faszination-vorarephilie-visueller-fetisch)
- [Ist Vore eine Störung](#vorarephilie-fetisch-ausleben-oder-sich-von-ihm-losen)
- [Darüber reden und es ausleben](#daruber-reden-und-es-ausleben)

Vore ist die sexuelle Erregung bei dem Gedanken, verschlungen zu werden oder selbst jemanden zu verschlingen. Das Wort ist die Kurzform von Vorarephilie und stammt vom lateinischen \*vorare\*, verschlingen. Stattfinden kann das nur in Zeichnungen, Geschichten und Rollenspielen, weil sich die Vorstellung nicht ausführen lässt.

Über kaum einen [Fetisch](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-fetisch-kink/fetische-kinks/ "Fetisch") steht so viel Unbelegtes im Netz. Die meisten Texte behaupten zwei Spielarten, wo die Szene selbst neun zählt, sie nennen keine einzige Quelle, und sie erklären dir am Ende, wie du das wieder loswirst. Dieser Text macht es andersherum: erst die Belege, dann die Einordnung.

## Was Vore ist

Der Begriff beschreibt eine sexuelle Vorliebe, bei der die Erregung an der Vorstellung des Verschlingens hängt. Gemeint sein kann beides: selbst verschlungen zu werden oder jemanden zu verschlingen. Die deutsche Wikipedia zählt als dritte Variante noch das Zusehen dazu.

Der Fachbegriff lautet Vorarephilie, gelegentlich auch Voraphilie oder Phagophilie. Er setzt sich zusammen aus dem lateinischen \*vorare\* für verschlingen oder schlucken und dem altgriechischen \*philía\* für Liebe. Im Alltag sagt niemand das lange Wort. Es heißt Vore, und wer dazugehört, nennt sich vorarephil.

Die Szene hat drei feste Rollenbegriffe, und die brauchst du für alles Weitere:

- **Predator**, kurz **Pred**: die Figur, die verschlingt.
- **Prey**: die Figur, die verschlungen wird.
- **Observer**: wer zusieht, ohne beteiligt zu sein.

Predator und Prey sind Rollen in einer Fantasie, keine Rollen im Bett. Warum das so bleibt, halten Amy Lykins und James Cantor 2014 in den Archives of Sexual Behavior fest: Dieses sexuelle Interesse lässt sich aus körperlichen oder rechtlichen Gründen im echten Leben nicht ausleben. Vorarephile Fantasien entstehen deshalb meist als Text oder Zeichnung und werden über das Internet mit anderen aus dieser Subkultur geteilt.

Genau das unterscheidet Vore von den meisten anderen [Kinks](https://gay-blog.tomrockets.com/was-sind-kinks/). Bei einem [Fußfetisch](https://gay-blog.tomrockets.com/fussfetisch/ "Fußfetisch") gibt es Füße. Bei Vore gibt es nur die Vorstellung, und die ist die ganze Sache.

## Was Vore nicht ist

Die häufigste Verwechslung ist die mit Kannibalismus, und sie ist der Grund, warum viele über ihre Vorliebe nicht sprechen.

Eine Vorbemerkung zur Quellenlage, weil dieser Text sich mehrfach auf dieselbe Arbeit stützt: Von Lykins und Cantor ist die Zusammenfassung frei zugänglich, der Volltext nicht. Was hier über den Einzelfall steht, stammt aus dieser Zusammenfassung und aus der Berichterstattung des National Post, der die Arbeit 2013 im Volltext ausgewertet hat.

Lykins und Cantor gehen auf den Unterschied ein. Als nächste reale Entsprechung zur Vorarephilie führen sie den Fall Armin Meiwes an, der 2002 einen Mann tötete und aß. Dieser Fall war die Zuspitzung eines lebenslangen Fetischs, der sich vorher im Rollenspiel geäußert hatte, und Rollenspiel ist für Vorarephilie der übliche Weg.

Der Unterschied liegt nicht im Grad, er liegt in der Richtung. Eine Vore-Fantasie zielt auf das Verschwinden im Körper eines anderen, oft ausdrücklich unverletzt. Kannibalismus zielt auf Fleisch. Die Zahlen aus der Szene stützen das. Im Vore Census 2022, an dem 3.318 Nutzer teilnahmen, lehnten 60,73 % grafische Gewaltdarstellung vollständig ab. 20,98 % wollen sie nur nach dem Verschlingen, 15,55 % davor und danach, 2,74 % ausschließlich davor.

Zweite Verwechslung, seltener, aber teurer: Vore ist keine Todessehnsucht. Lykins und Cantor halten über ihren Patienten fest, er habe keinen erkennbaren Wunsch gehabt zu sterben. Stattdessen habe er den Wunsch berichtet, von jemandem aufgenommen und wieder ausgeschieden zu werden. Als Motiv nennen sie den Wunsch, nie wieder allein zu sein.

## Die Spielarten von Vore

Hier gehen die meisten Texte am weitesten an der Sache vorbei. Sie nennen zwei Arten. Der Census fragte neun ab, mit Mehrfachnennung. Acht davon tragen einen eigenen Namen, die neunte ist eine Sammelkategorie für alles Übrige und kommt auf 13,98 %.

Bevor die Zahlen kommen, die Bezugsgröße. Der Vore Census läuft auf Eka’s Portal, einer Plattform der Szene, und befragt deren Nutzer. 3.318 Teilnehmer haben geantwortet, davon 82,73 % selbst vorarephil. Der Betreiber schreibt selbst dazu, er habe keinen Hintergrund in Psychologie oder Statistik. Die Zahlen sagen also etwas über diese Szene und nichts über die Bevölkerung. Für die Frage, welche Spielarten es gibt und wie beliebt sie untereinander sind, ist das trotzdem die beste verfügbare Quelle.

### Oral Vore

Der Normalfall, von 95,42 % der Befragten genannt. Die Prey wird durch den Mund geschluckt, alles andere ist eine Abweichung davon. Diese Spielart braucht die wenigsten Zusatzannahmen, weil sie einem alltäglichen Vorgang folgt. Lykins und Cantor beschreiben ein wiederkehrendes Motiv: Die Prey will am Stück geschluckt und nicht zerkaut werden. Danach dreht sich die Geschichte oft um den vollen Bauch.

### Anal Vore

Die Prey wird durch den Anus aufgenommen statt durch den Mund. 65,91 % der Befragten geben das an, womit Anal Vore die zweithäufigste Spielart ist. Für schwule Leser rückt das die Spielart näher an gewohnte Vorstellungen, weil die Körperöffnung ohnehin zum Repertoire gehört. Ausführbar ist sie deswegen nicht, dafür sorgt allein schon der Größenunterschied.

### Unbirth

Die Aufnahme durch die Vagina, also ein umgekehrter Geburtsvorgang, genannt von 62,51 %. Der Begriff bleibt im Deutschen unübersetzt. Er überschneidet sich mit Schwangerschaftsfetischen. Und er ist die Spielart, an die Lykins und Cantor ihre Deutung des Falles knüpfen: Der Wunsch, verschlungen zu werden, liege nahe am Wunsch, ungeboren zu sein.

### Cock Vore

Die Prey wird durch den Penis aufgenommen, in den Darstellungen über die Harnröhre und mitunter im erigierten Zustand. 51,57 % der Befragten geben diese Spielart an, 3,4 Punkte mehr als im Jahr davor. In einer Szene, die zu vier Fünfteln aus Männern besteht, ist sie die Form, die einen männlichen Körper zwingend voraussetzt. Für schwule Leser ist sie damit die anatomisch naheliegendste.

### Absorption

Die Prey wird aufgenommen statt geschluckt, genannt von 41,41 %. Das geschieht entweder durch die Haut oder nach und nach, indem die Prey Zelle für Zelle Teil des Preds wird. Ein Verdauungstrakt kommt dabei gar nicht vor. Damit liegt diese Spielart am weitesten von der Vorstellung des Essens entfernt, und im Mittelpunkt steht das Aufgehen in einem anderen Körper.

### Breast Vore

Die Aufnahme über die Brust, genannt von 39,03 %. Sie gehört zu den Spielarten, die einen Körperbau voraussetzen, den die Fantasie erst herstellen muss. Wie bei Unbirth liegt der Schwerpunkt auf dem Aufgenommenwerden, ein Verdauungsvorgang spielt dabei kaum eine Rolle.

### Tail Vore

Eine Öffnung im Schwanz einer Figur nimmt die Prey auf, genannt von 31,34 %. Das setzt eine Figur voraus, die keinen menschlichen Körperbau hat, also ein Tier, ein Fabelwesen oder eine Mischform. Damit hängt Tail Vore von allen Spielarten am engsten mit dem Furry-Fandom zusammen. Wie groß diese Überschneidung ist, steht weiter unten.

### Soul Vore

Verschlungen wird die Seele statt des Körpers, genannt von 24,62 % und damit die seltenste der acht benannten Spielarten. Der Körper bleibt dabei zurück oder spielt gar keine Rolle. Diese Spielart braucht am wenigsten körperliche Logik und steht denjenigen Fantasien am nächsten, in denen die eigene Person verschwindet.

Häufig kombiniert wird Vore mit einem Größenunterschied, also mit Makrophilie oder Mikrophilie. In manchen Darstellungen renkt die verschlingende Figur den Kiefer aus oder dehnt Speiseröhre und Magen, damit die Prey hineinpasst. Ein Größenunterschied ist aber keine Bedingung: Gleich große Beteiligte und Größenunterschiede finden in der Umfrage fast gleich viel Zuspruch, 85,26 % gegen 82,10 %.

## Sanft oder hart, tödlich oder nicht

Soft Vore und Hard Vore liegen quer zu den Spielarten aus dem vorigen Abschnitt. Sie bilden eine eigene Achse, und die beschreibt, wie brutal die Darstellung ist. Dazu kommen zwei weitere Achsen: der Ausgang und die [Einvernehmlichkeit](https://gay-blog.tomrockets.com/consent-bdsm/ "Einvernehmlichkeit").

Bei Soft Vore wird die Prey am Stück geschluckt und dabei nicht verletzt. Bei Hard Vore wird gebissen und gekaut. Praktisch jeder Text im Netz stellt beide als gleich große Hälften dar. In der Umfrage von 2022 sieht das anders aus. Auf die Frage nach Gewaltdarstellung antworteten 60,73 % mit gar keiner, 20,98 % akzeptieren sie nach dem Verschlingen, also bei der Verdauung, 15,55 % davor und danach, 2,74 % ausschließlich davor. Gewalt vor dem Verschlingen kommt damit für rund 18 % infrage. Stückweises Verschlingen bekam auf einer Skala bis fünf den Wert 1,59, und 69,8 % nannten es abstoßend.

Hard Vore im engeren Sinn, also Gewalt vor dem Verschlingen, bleibt damit eine Minderheitenposition. Die Auswertung der Umfrage zieht daraus den naheliegenden Schluss: Die Fantasie hört dort auf, wo sie gewaltsam statt vertraut wird.

Die zweite Achse betrifft den Ausgang, also ob die Prey stirbt. Auch hier ist Mehrfachnennung möglich, und das Ergebnis fällt in beide Richtungen aus. Ein tödlicher Ausgang ohne Wiederherstellung ist mit 63,68 % die meistgenannte Option. Ein tödlicher mit Wiederherstellung kommt auf 51,42 %, ein nicht tödlicher auf 51,02 %. Fasst die Auswertung die beiden Ausgänge zusammen, bei denen die Prey zurückkommt, ergibt das 50,5 %. Bleibt die Prey am Leben und wohnt eine Weile im Bauch des Preds, heißt das Endosoma oder kurz Endo.

Die dritte Achse ist die Einvernehmlichkeit innerhalb der Fantasie, und die ist für einen Sexblog die interessanteste. In der Erhebung von 2021 bevorzugten 70 % einen Predator, der willentlich handelt, 4,5 % einen unwilligen, 25,5 % hatten keine Präferenz. Bei der Prey liegt der Mittelwert der Bereitwilligkeit auf einer Skala bis fünf bei 3,03, was die Auswertung als eher widerstrebend und nicht als harte Ablehnung liest. Das ist derselbe Bereich, in dem sich auch [Bondage](https://gay-blog.tomrockets.com/penis-bondage/ "Bondage"), [Disziplin](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-disziplin/ "Disziplin"), [Dominanz](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-dominanz/ "Dominanz"), Unterwerfung, [Sadismus](https://gay-blog.tomrockets.com/sadist-bdsm/ "Sadismus") und [Masochismus](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-maso/ "Masochismus") ([BDSM](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-fetisch-kink/ "BDSM")) bewegen. Auch dort darf die Fantasie ein [Machtgefälle](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-machtgefaelle/ "Machtgefälle") haben, und [einvernehmlich](https://gay-blog.tomrockets.com/consent-bdsm/) ist sie trotzdem.

## Woher der Vore-Fetisch kommt

Die verbreitetste Erklärung lautet, Vore hänge mit Geburt und Stillzeit zusammen, weil wir früh eine Beziehung zum Mund und zu Körperöffnungen aufbauen. Diese Erklärung findet sich in vielen Texten, oft mit dem Zusatz, manche Studien nähmen das an.

Solche Studien existieren nicht. Wer nach einer Arbeit sucht, die einen Zusammenhang zwischen Vorarephilie und Geburt, Stillzeit oder oraler Fixierung gemessen hat, findet keine.

Was es gibt, ist etwas Kleineres und Genaueres. Lykins und Cantor deuten den Fall ihres Patienten so, dass sein Wunsch, gegessen zu werden, in die Nähe des Wunsches gehört, ungeboren zu sein. Beides bedeutet eine vollständige Zerstörung des eigenen Daseins in einer dauerhaften körperlichen Verbindung. Von dort führen sie die Verbindung zu Unbirth. Das ist eine Deutung des Fantasieinhalts eines einzelnen Falls, keine Aussage darüber, wodurch ein Fetisch entsteht. Von Stillzeit steht dort nichts.

Der ehrliche Stand ist damit: Woher Vore kommt, weiß niemand. Dieselben Autoren halten fest, dass die Vorarephilie in der psychiatrischen Literatur kaum Erwähnung findet.

Sagen lässt sich, womit Vore zusammen auftritt. Lykins und Cantor nennen eine Nähe zu BDSM, genauer zu Dominanz und Unterwerfung, und ihr Fall ist einer, bei dem masochistisches Interesse und submissive Vore-Fantasie zusammenfielen. Wenn du also merkst, dass deine Vore-Fantasien eine klare Richtung haben, ist das kein Zufall und einen Blick auf [Dominanz](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-dominanz/) und [Unterwerfung](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-submission/) wert. Viele Texte behaupten das Gegenteil, Vorarephile hätten mit Sadomasochismus wenig zu tun. Diese Behauptung geht auf eine einzige Umfrage in der Szene zurück, und die englische Wikipedia führt sie mit dem Vermerk, die Quelle sei nicht zuverlässig genug.

## Wie verbreitet Vore ist

Kurz: Das weiß niemand. Wer dir eine Zahl zur Verbreitung nennt, hat sie geschätzt.

Lykins und Cantor nennen die Vorarephilie eine selten in Erscheinung tretende Paraphilie und schreiben, es gebe zu ihr kaum Daten. In den großen Erhebungen zu sexuellen Fantasien kommt Vore nicht als eigene Kategorie vor. Joyal, Cossette und Lapierre fragten 2015 im Journal of Sexual Medicine 55 Fantasien bei 1.516 Personen ab. Joyal und Carpentier befragten 2017 im Journal of Sex Research 1.040 Menschen in Québec. Dort ging es allerdings nur um die acht Paraphilien des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5), unter denen Vore nicht vorkommt.

Offen bleibt damit, wie viele Menschen so empfinden. Belegt ist, dass es eine Szene gibt. Eka’s Portal, das Forum, auf dem auch der Vore Census läuft, zählt über 214.000 registrierte Mitglieder und drei Millionen Beiträge. Dazu kommen zwei Chatgruppen mit 4.870 und 1.901 Mitgliedern. Die Behauptung, es gebe für Vore keine eigene Community, hält einem Blick auf die Startseite nicht stand.

Für die Beteiligten ist Vore nichts Nebensächliches. 55,42 % finden es erregender als gewöhnlichen Sex, weitere rund 40 % gleich erregend. Gleichzeitig gaben 71,7 % an, dass sie Vore nicht brauchen, um erregt zu werden. Der Fetisch verstärkt also in den meisten Fällen ihre Sexualität, statt sie zu ersetzen.

## Warum das schwule Männer angeht

Die meisten Texte zu Vore behandeln das Thema, als spielte Geschlecht keine Rolle. Die Zahlen sagen etwas anderes.

Unter den 3.318 Teilnehmern der Umfrage von 2022 waren 80,01 % Männer. Bei der sexuellen Orientierung gaben 50,05 % heterosexuell an, 32,29 % bi oder pan, 6,87 % schwul oder lesbisch, 7,72 % [asexuell](https://gay-blog.tomrockets.com/asexuell/ "asexuell"). Die Auswertung fasst das so zusammen, dass mittlerweile knapp die Hälfte der Szene nicht heterosexuell ist. Dazu kommt, dass 51,57 % Cock Vore als Spielart angeben, eine Form, die einen Penis voraussetzt.

Die Umfrage stellt die Geschlechterfrage aber auch direkt, und die Antwort fällt anders aus, als die Demografie vermuten lässt. Beim Predator geben 49,76 % ein anderes Geschlecht an, 13,29 % das eigene, 36,95 % haben keine Präferenz. Bei der Prey sind es 26,82 % anderes Geschlecht, 16,12 % eigenes und 57,05 % ohne Präferenz. Wer verschlingt, ist den Befragten also wichtiger als wer verschlungen wird.

Aus dem Männeranteil lässt sich deshalb nicht ableiten, dass die Mehrheit dieser Fantasien zwischen Männern spielt. Belegt ist etwas Bescheideneres, das trotzdem reicht: 6,87 % der Befragten sind schwul oder lesbisch, 32,29 % bi oder pan. Und rechnet man die Unentschiedenen dazu, kommt für rund die Hälfte ein Predator des eigenen Geschlechts infrage und für knapp drei Viertel eine Prey des eigenen Geschlechts.

Daraus folgt eine Frage, die schwule Männer mit Vore-Fantasien tatsächlich stellen, und die einzige veröffentlichte Fallarbeit berührt sie. Der Patient, den Lykins und Cantor beschreiben, machte sich vor allem Sorgen, er könne schwul sein. Die Autoren halten dazu fest, dass Menschen mit paraphilen Interessen im Rahmen ihrer Fantasien häufig von Erregung durch beide Geschlechter berichten. Eine Fantasie, in der ein Mann dich verschlingt, sagt für sich genommen also nichts darüber, wen du im Bett willst.

Für den umgekehrten Fall gilt dasselbe. Wenn du schwul bist und deine Vore-Fantasien mit Frauen oder mit Wesen ohne erkennbares Geschlecht besetzt sind, ist das genauso wenig ein Widerspruch. Die Fantasie folgt anderen Regeln als die Anziehung.

## Wo Vore stattfindet

Dieser Fetisch ist zuerst ein visueller und ein erzählter. Im Vore Census 2022 nennen 98,16 % zweidimensionale Kunst als bevorzugtes Format, 79,20 % Geschichten, 78,18 % dreidimensionale Animation und 73,00 % Spiele. Danach folgen Audio mit 45,45 %, Darstellungen mit realen Personen mit 35,05 % und Rollenspiel mit 34,69 %.

Die Verbindung zum Furry-Fandom ist real und trotzdem keine Bedingung. 26,04 % der Befragten bezeichnen sich als Furry, 17,21 % sind sich nicht sicher, 56,75 % verneinen. Deutlicher ist die Nähe zu Anime, die 65,46 % angeben. Dazu passt, was Lykins und Cantor aus der Literatur beschreiben: Der Verschlinger ist häufig ein menschenähnliches Tier, oft ein Wolf, eine Katze, ein Drache oder eine Schlange.

Öffentlich ausgelebt wird das kaum, und das hat einen Grund. Wer von Vore erzählt, muss meist zuerst die Verwechslung mit Kannibalismus ausräumen. Das ist derselbe Mechanismus, der bei anderen [seltenen Vorlieben](https://gay-blog.tomrockets.com/welche-fetische-gibt-es/) greift und der einen Namen hat: [Kink-Shaming](https://gay-blog.tomrockets.com/kink-shaming/). Die Folge ist, dass die Szene sich auf ihre eigenen Plattformen zurückgezogen hat, wo sie unter sich ist.

## Ist Vore eine Störung

In der Regel nicht, und das beruht auf einer klaren Unterscheidung.

Die psychiatrischen Handbücher trennen seit dem DSM-5 zwei Dinge, die vorher durcheinandergingen. Eine Paraphilie ist ein anhaltendes, intensives sexuelles Erregungsmuster, das von der Norm abweicht, und zwar unabhängig davon, ob es jemandem schadet. Eine paraphile Störung liegt erst vor, wenn eine von zwei weiteren Bedingungen dazukommt. Entweder eigener Leidensdruck, der ausdrücklich nicht bloß aus der Ablehnung durch andere entsteht, oder eine Beteiligung anderer Menschen gegen ihren Willen.

Solange es in Fantasie, Zeichnung und Text bleibt, erfüllt Vore weder das eine noch das andere. Als eigene Diagnose kommt Vorarephilie im DSM-5 nicht vor: Das Handbuch führt acht paraphile Störungen, und keine davon ist Vore.

Wichtiger als die Frage nach dem Katalog ist, was die Klinik empfohlen hat, die den einzigen veröffentlichten Fall beurteilt hat. Der National Post berichtete 2013 über den Fall. Die Zeitung zitiert die Empfehlung des Centre for Addiction and Mental Health in Toronto wörtlich: eine Behandlung, die ihm hilft, sich auf seine sexuellen Interessen einzustellen, statt sie zu ändern oder zu unterdrücken. Dazu die Feststellung, dass keine Behandlung bekannt ist, die solche [Wünsche](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-wuensche/ "Wünsche") in gewöhnliche verwandeln könnte.

Wenn dich deine Fantasien belasten, ist eine Therapie trotzdem der richtige Weg. Nur ist das Ziel dann ein anderes, als die meisten Texte nahelegen. Es geht darum, mit der Vorliebe zurechtzukommen, und in der Regel darum, den Druck loszuwerden, der von außen kommt. Sinnvoll wird eine Behandlung außerdem, wenn die Fantasie so viel Raum einnimmt, dass daneben nichts mehr passt. Das ist derselbe Punkt, an dem auch [Pornokonsum](https://gay-blog.tomrockets.com/pornosucht/) kippt, und er hat mit dem Inhalt der Fantasie nichts zu tun.

## Darüber reden und es ausleben

Ausführen lässt sich Vore nicht. Möglich ist das Rollenspiel darum herum, und dafür gibt es eine Vorlage aus der Fachliteratur. Lykins und Cantor beschreiben einen Geschäftsreisenden, der regelmäßig eine Domina in sein Hotelzimmer bestellte, um sich von ihr in einem Pappofen „kochen“ zu lassen.

Der Fall zeigt die Bandbreite. Ein [Rollenspiel](https://gay-blog.tomrockets.com/rollenspiele-sex/) kann angedeutet bleiben, mit Worten und einer Situation, oder es kann mit Kulisse arbeiten. Wer schon mit anderen [Tier- und Rollenspielfetischen](https://gay-blog.tomrockets.com/ponyplay-fetisch/) vertraut ist, kennt den Aufbau.

Für das Gespräch mit einem Mann, mit dem du schläfst, gibt die Umfrage drei brauchbare Punkte her. Erstens: Sag, welche Rolle du willst. Pred und Prey sind nicht austauschbar, 22,51 % der Befragten wollen ausschließlich Prey sein und 10,43 % ausschließlich Pred. Zweitens: Sag, wie die Sache ausgehen soll. Rund die Hälfte bevorzugt einen Ausgang, bei dem die Prey zurückkommt. Drittens: Sag, wie viel Widerstand du willst. Die meisten wollen ein Gefälle mit Absprache statt eines unwilligen Predators.

Wie selten das tatsächlich passiert, sagt dieselbe Umfrage. 37,46 % haben online im Rollenspiel Vore gespielt, 12,45 % hatten einen Partner, der den Fetisch teilte, und 7,81 % haben ihn im Bett ausgespielt. Der Fetisch bleibt für die meisten eine Sache der Fantasie.

Du schuldest niemandem eine Erklärung, warum dich das anmacht. Der [Unterschied zwischen einem Kink und einem Fetisch](https://gay-blog.tomrockets.com/fetisch-vs-kink/) ist für die Frage, ob du damit in Ordnung bist, ohne Bedeutung.

## FAQ

### Was bedeutet Vore?

Vore ist die Kurzform von Vorarephilie und bezeichnet die sexuelle Erregung bei dem Gedanken, verschlungen zu werden, jemanden zu verschlingen oder dabei zuzusehen. Das Wort kommt vom lateinischen \*vorare\*, verschlingen.

### Ist Vore dasselbe wie Kannibalismus?

Nein. Eine Vore-Fantasie zielt darauf, im Körper eines anderen zu verschwinden, meist ohne Verletzung. Im Vore Census 2022 lehnten 60,73 % der 3.318 Teilnehmer grafische Gewaltdarstellung vollständig ab. Vore findet in Zeichnungen, Geschichten und Rollenspielen statt.

### Welche Arten von Vore gibt es?

Der Vore Census 2022 fragte neun Spielarten ab. Acht tragen einen eigenen Namen: Oral Vore, Anal Vore, Unbirth, Cock Vore, Absorption, Breast Vore, Tail Vore und Soul Vore. Die neunte ist eine Sammelkategorie für alles Übrige. Quer dazu liegen die Fragen, wie brutal die Darstellung ist, Soft gegen Hard Vore, und ob die Prey am Ende überlebt.

### Wie viele Menschen stehen auf Vore?

Eine belastbare Zahl gibt es nicht. Lykins und Cantor nennen die Vorarephilie 2014 eine selten in Erscheinung tretende Paraphilie und halten fest, dass kaum Daten existieren. In den großen Erhebungen zu sexuellen Fantasien kommt Vore nicht als eigene Kategorie vor.

### Ist Vore eine anerkannte Diagnose?

Nein. Das DSM-5 führt acht paraphile Störungen, und Vorarephilie ist keine davon. Eine paraphile Störung setzt eigenen Leidensdruck voraus, der nicht bloß aus der Ablehnung durch andere entsteht, oder die Beteiligung anderer gegen ihren Willen.

### Kann man Vore in echt ausleben?

Nicht so, wie es in der Fantasie vorkommt. Lykins und Cantor führen genau das als Grund an, warum vorarephile Fantasien als Text und Zeichnung entstehen. Möglich ist das Rollenspiel darum herum, mit verteilten Rollen und einer Absprache über den Ausgang.

### Macht mich eine Vore-Fantasie mit Männern schwul?

Für sich genommen nicht. Lykins und Cantor halten in ihrer Arbeit fest, dass Menschen mit paraphilen Interessen im Rahmen ihrer Fantasien häufig von Erregung durch beide Geschlechter berichten. Die Fantasie folgt anderen Regeln als die Anziehung, und das gilt in beide Richtungen.

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