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title: "Side beim schwulen Sex: Was es bedeutet, wenn Männer kein Anal wollen"
description: "Ein Side ist ein Mann, der beim Sex mit Männern keinen Analverkehr will. Dazu: Herkunft des Begriffs, die Grindr-Angabe, Studienzahlen und das HIV-Risiko."
url: https://gay-blog.tomrockets.com/side-kein-anal/
date_published: 2025-03-31
date_modified: 2026-10-07
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# Side beim schwulen Sex: Was es bedeutet, wenn Männer kein Anal wollen

## Inhaltsverzeichnis

- [Was „Side“ beim schwulen Sex bedeutet](#die-bedeutung-von-side-beim-schwulen-sex)
- [Top, Bottom, Vers und Side: die Einteilung](#die-schwule-einteilung-in-aktiven-und-passiven-analsex)
- [Side als Vorliebe, Seitenlage als Stellung](#h-side-als-vorliebe-seitenlage-als-stellung)
- [Wie viele Männer keinen Analverkehr haben](#h-wie-viele-manner-keinen-analverkehr-haben)
- [Warum Sides keinen Analverkehr wollen](#warum-sides-analverkehr-ablehnen)
- [Was Sides im Bett machen](#h-was-sides-im-bett-machen)
- [Side im Dating-Profil und in Beziehungen](#h-side-im-dating-profil-und-in-beziehungen)
- [„Kein richtiger Sex?“ Vorurteile gegen Sides](#h-kein-richtiger-sex-vorurteile-gegen-sides)
- [Risiko für HIV und Geschlechtskrankheiten ohne Analverkehr](#h-risiko-fur-hiv-und-geschlechtskrankheiten-ohne-analverkehr)

Ein Side ist ein Mann, der beim Sex mit Männern am liebsten ganz ohne Analverkehr auskommt, egal in welcher Rolle. Der Begriff stammt von einem US-amerikanischen Psychotherapeuten und steht heute als Profilangabe bei Grindr. Ein Side kann schwul, bi oder pansexuell sein: Entscheidend ist die Vorliebe beim Sex, nicht die Orientierung. Sides haben Sex jenseits der Penetration.

## Was „Side“ beim schwulen Sex bedeutet

Side beschreibt eine Vorliebe beim Sex mit Männern, keine Rolle beim Analverkehr: Sex ohne Analverkehr ist die bevorzugte Form.

Der Grindr-Blog definiert einen Side als jemanden, der anale Penetration grundsätzlich weder geben noch nehmen mag. Dem Beitrag zufolge gibt es Ausnahmen: Manche Sides haben gelegentlich Analverkehr und genießen ihn, andere lassen ihn ganz weg.

Geprägt hat den Begriff Joe Kort, ein US-amerikanischer Psychotherapeut mit Doktortitel in klinischer Sexologie und Gründer des Center for Relationship and Sexual Health. Die Idee zu diesem Begriff hatte er 2010 im Gespräch mit Kollegen, veröffentlicht hat er ihn 2013 in der HuffPost.

Kort beschreibt in einem Beitrag aus dem Jahr 2022 ein ganzes Spektrum von Spielarten. Dazu zählen Power Side, Passive Side, Dom Side, Sub Side, Switch Side, Frot Side und Oral Side.

Ein [Stone Top](https://gay-blog.tomrockets.com/stone-top/) dringt ein und lässt sich selbst nie penetrieren. Er hat Analverkehr in einer festen Rolle, ein Side bevorzugt Sex ohne ihn.

## Top, Bottom, Vers und Side: die Einteilung

Top, Bottom und Vers sind Rollen beim Analverkehr, Side beschreibt die Vorliebe für Sex ohne ihn.

Laut Joe Kort gibt es auf den meisten Dating-Apps für schwule Männer nur drei Optionen: top, bottom oder vers. Ein Top ist der eindringende Partner, ein Bottom der aufnehmende, ein Vers wechselt zwischen beiden Rollen.

Die drei Rollen und ihre Bedeutung im Detail erklärt der Beitrag [Top, Bottom und Vers](https://gay-blog.tomrockets.com/top-und-bottom-grundbegriffe-sex/).

## Side als Vorliebe, Seitenlage als Stellung

Side als Vorliebe und die Seitenlage als Sexstellung sind zwei verschiedene Dinge, die sich nur das englische Wort teilen.

Wer die Stellung sucht, findet Side by Side und Spoons im Beitrag unter [Stellungen in Seitenlage](https://gay-blog.tomrockets.com/30-analsexstellungen/#h-side-by-side). „Side piece“ bezeichnet die Person, mit der jemand neben einer Beziehung eine Affäre hat. „Side A“ und „Side B“ stehen in christlichen Gemeinden für theologische Positionen zur Homosexualität.

## Wie viele Männer keinen Analverkehr haben

In der deutschen Online-Befragung „Schwule Männer und HIV/AIDS 2013“ hatten 15 Prozent der Teilnehmer in den zwölf Monaten davor keinen Analverkehr. Diese Zahl misst Verhalten in einem Zeitraum, nicht, wie viele Männer sich Side nennen. In einer französischen Online-Befragung von 2020 mit 8.755 Teilnehmern, die zwischen vier Kategorien (top, vers, bottom, side) wählen mussten, wählten 2,9 Prozent side.

| Studie | Land, Erhebung | Teilnehmer | Befund (mit oder ohne Analverkehr) |
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| European MSM Internet Survey (EMIS-2017, MSM: Männer, die Sex mit Männern haben) | 50 Länder in Europa, 2017 bis 2018 | 94.434 mit Angabe zur letzten Begegnung mit einem nicht festen Partner | 26,5 Prozent ohne Analverkehr bei dieser Begegnung |
| Rosenberger und Kollegen | USA, veröffentlicht 2011 | 24.787 | 37,2 Prozent der Teilnehmer hatten bei ihrer letzten Begegnung mit einem Mann Analverkehr |
| KABaSTI-Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) | Deutschland, 2006 | zuletzt HIV-negativ getestete Teilnehmer (von 6.833) | etwa jeder Fünfte ohne Analverkehr im Jahr vor der Befragung |

Bei „Schwule Männer und HIV/AIDS 2013“ waren Oralverkehr, gegenseitige Masturbation und Zärtlichkeiten die häufigsten Praktiken. Der Anteil ohne Analverkehr ist seit 1991 gesunken: Damals lag er bei 44 Prozent, 2007 bei 23 und 2010 bei 13 Prozent.

In der US-amerikanischen Online-Befragung von Rosenberger und Kollegen war Küssen mit 74,5 Prozent die häufigste Praxis bei der letzten Begegnung. Oralsex folgte mit 72,7 Prozent, gegenseitige Masturbation mit 68,4 Prozent. Die teilnehmenden Männer kamen aus allen 50 US-Bundesstaaten. Unter den 18- bis 24-Jährigen kam Analverkehr häufiger vor als in den anderen Altersgruppen (42,7 Prozent). Das Fazit der Autoren: Sex zwischen Männern beschränkt sich nicht auf Penetration.

Alle Erhebungen sind überwiegend online erhobene Gelegenheitsstichproben und nicht repräsentativ. Die Bezugszeiträume unterscheiden sich, die Werte sind darum nicht direkt vergleichbar. Eine Erhebung dazu, wie viele Männer in Deutschland, Österreich oder der Schweiz sich selbst Side nennen, ist uns nicht bekannt.

## Warum Sides keinen Analverkehr wollen

Joe Kort und der Grindr-Blog nennen viele mögliche Gründe, Studienzahlen liegen uns nur zu Schmerzen beim Analverkehr vor. Begründen muss ein Side seine Vorliebe nicht.

Kort nennt als mögliche Gründe: Analsex tut weh oder macht keinen Spaß, das Gefühl gefällt nicht, Vorbereitung und Säubern sind lästig. Oder Analsex wird schlicht nicht als erotisch erlebt. In der HuffPost nannte er 2013 außerdem medizinische Gründe, etwa eine Prostata-Operation oder [Hämorrhoiden](https://gay-blog.tomrockets.com/haemorrhoiden/).

Der Grindr-Blog ergänzt weitere mögliche Gründe, ebenfalls ohne Häufigkeitsangaben: Erektionsprobleme, das Körperbild, Leistungsdruck, Angst vor HIV und anderen Infektionen sowie frühere traumatische Erfahrungen.

Die Schmerzstudien haben Sides nicht gezielt erfasst. In einer 1998 veröffentlichten Studie befragten Rosser und Kollegen von der University of Minnesota insgesamt 277 Männer. Dabei bewerteten 12 Prozent den Schmerz als zu stark, um weiterzumachen. Die Teilnehmer nannten zu wenig [Gleitmittel](https://gay-blog.tomrockets.com/was-ist-gleitgel/), Anspannung und fehlende Vorstimulation als wichtigste Faktoren für Schmerz.

In einer 2005 veröffentlichten Studie fanden Damon und Rosser unter 404 Männern bei 14 Prozent eine Anodyspareunie. Das bedeutet häufigen und starken Schmerz beim aufnehmenden Analverkehr. Die meisten beschrieben ihn als lebenslang und mieden Analverkehr zeitweise. Die Autoren betonen: Schmerz ist keine zwangsläufige Folge aufnehmenden Analverkehrs.

In einer belgischen Befragung von 2008 (Vansintejan und Kollegen) gaben 1.190 Männer aufnehmenden Analverkehr in den letzten vier Wochen an. Von ihnen berichteten 59 Prozent irgendeinen Schmerz, 2 Prozent starken Schmerz.

Wer Analverkehr ausprobieren möchte, findet Vorbereitung und praktische Handgriffe unter [Analsex vorbereiten](https://gay-blog.tomrockets.com/analsex-vorbereitung-2/).

## Was Sides im Bett machen

Sides haben ein großes Repertoire, das von Frottage bis zur Massage reicht. Der Grindr-Blog nennt Frottage, Knutschen, Oralsex, Berührung und Massage sowie gegenseitige Masturbation. Zu fast jeder Praktik haben wir einen eigenen Beitrag.

- Schwanz an Schwanz reiben: [Frotting](https://gay-blog.tomrockets.com/frotting-reibung/)
- Gemeinsam [wichsen](https://gay-blog.tomrockets.com/grundlagen-wichsen/): [Masturbation mit dem Partner](https://gay-blog.tomrockets.com/masturbation-mit-dem-partner/)
- Streicheln und massieren: [Intim-Massage](https://gay-blog.tomrockets.com/intim-massage/)
- Oralsex und Knutschen
- Dazu passen [Sextoys für Sides](https://gay-blog.tomrockets.com/schwule-sextoys-side/), die ohne Penetration auskommen.
- Auch der Höhepunkt kommt ohne Analverkehr aus: [Orgasmus ohne Analsex](https://gay-blog.tomrockets.com/analsex-orgasmus/)

Hier findest du [alle Beiträge zu Sex ohne Analverkehr](https://gay-blog.tomrockets.com/side/).

## Side im Dating-Profil und in Beziehungen

Side steht bei Grindr als eigene Angabe im Profilfeld „Position“. Grindr erklärt sie in seinem Hilfecenter mit „no penetration“, also ohne Penetration.

Grindr führte die Option im Mai 2022 ein, berichtet der Guardian. Einen großen Anteil daran schreibt der Guardian dem Autor Bobby Box zu, der vorher über Sides geschrieben hatte. Joe Kort verweist auf eine Petition aus seiner Facebook-Gruppe „Side Guys“. Laut Kort tragen seitdem Männer „side“ als Position in ihr Profil ein.

In den Versionshinweisen von Scruff taucht eine Option „Side“ unter den sexuellen Vorlieben auf. Der englische Profil-Ratgeber von Romeo rät, im Profil klarzumachen, ob man top, vers, bottom, side oder questioning ist.

Für erste Begegnungen fanden die vom Guardian befragten Sides ohne Probleme Männer. Zum Ausschlusskriterium wurde ihre Vorliebe erst in festen Beziehungen. Manche von ihnen führen mit einem langjährigen Partner eine offene Beziehung.

Kort erzählt im Grindr-Blog, dass ihn in seinen Zwanzigern viele Männer ablehnten, weil er nicht ficken wollte.

## „Kein richtiger Sex?“ Vorurteile gegen Sides

Sides berichten, dass andere schwule Männer ihnen absprechen, richtigen Sex zu haben. Joe Kort widerspricht.

Laut Kort kommen die Vorwürfe von anderen schwulen Männern. Typisch sind Fragen wie „Was stimmt nicht mit dir?“, „Bist du traumatisiert?“, „Was macht ihr dann überhaupt?“ Kort hat schwule Klienten erlebt, die Scham tragen, weil sie Analverkehr nicht mögen. Er selbst wurde früher „Jungfrau“ genannt.

Viele Sides berichten laut Guardian von Ablehnung in der schwulen Szene. Dort sehe man sie oft als unreif, faul oder sogar asexuell. Lucien Samaha, damals 64, aus New York, sagt sinngemäß: Man werde dazu gebracht, sich wie ein unvollständiger Schwuler zu fühlen.

Im Grindr-Blog sagt Kort sinngemäß: Vorspiel und Masturbation sind Sex. Viele Männer meinten, ohne Penetration hätten sie keinen Sex, und das stimme nicht.

In Korts Facebook-Gruppe fühlen sich die Mitglieder laut Kort befreit, die Gruppe sei für sie wie eine Therapie.

## Risiko für HIV und Geschlechtskrankheiten ohne Analverkehr

Das HIV-Risiko ist beim Analverkehr am höchsten. Syphilis, Tripper und Mpox werden aber auch ohne Analverkehr übertragen, Syphilis und Tripper etwa beim Oralverkehr.

Die US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) schätzt das Risiko je 10.000 Kontakte mit einer Person mit HIV. Beim aufnehmenden Analverkehr sind es 138, beim eindringenden 11. Schutzfaktoren wie Kondome, HIV-Therapie oder PrEP (Prä-Expositions-Prophylaxe, also vorbeugende HIV-Medikamente) sind darin nicht eingerechnet, ebenso wenig risikoerhöhende Faktoren wie andere Geschlechtskrankheiten oder eine hohe Viruslast. Die CDC stuft Oralverkehr als „gering“ ein und nennt keine Zahl, weil sich das Risiko nicht genau beziffern lässt. Die Zahlen gelten für jeden Analverkehr, also auch für Sides, die ihn gelegentlich haben.

Zum Oralverkehr sagt die Deutsche Aidshilfe: Wer geleckt oder geblasen wird, hat kein HIV-Risiko. Wer leckt oder bläst, hat ein sehr geringes Risiko, wenn Sperma in den Mund kommt; weltweit sind nur wenige Fälle bekannt. Gegenseitige Masturbation und Küssen stuft die CDC für HIV als vernachlässigbar ein. Zum Frotting haben wir das HIV-Risiko in einem eigenen Beitrag aufgeschlüsselt: [HIV-Risiko beim Frotting](https://gay-blog.tomrockets.com/frotting-hiv-risiko/).

Syphilis kann laut Deutscher Aidshilfe bei allen sexuellen Kontakten übertragen werden. Tripper wird auch oral über die Schleimhaut übertragen und macht im Rachen kaum Symptome. Mpox wird laut RKI über engen Haut- und Schleimhautkontakt mit Material aus den Hautveränderungen übertragen. Was du beim Blasen beachten kannst, steht im Beitrag zu [Safer Oral Sex](https://gay-blog.tomrockets.com/safer-oral-sex/).

Die Deutsche Aidshilfe empfiehlt Männern, die Sex mit Männern haben, einmal jährlich einen Test auf HIV und Syphilis. Für Männer mit häufig wechselnden Sexpartnern empfiehlt die Deutsche Aidshilfe jährlich zusätzlich Tests auf Chlamydien und Tripper. Die CDC rät Männern, die im vergangenen Jahr aufnehmenden Oralverkehr hatten, zu einem Rachentest auf Tripper.

Unabhängig davon gilt: Lass dich testen bei Jucken, Brennen, unangenehmem Geruch, Bläschen oder Geschwüren. Das Gleiche gilt, wenn ein Sexpartner dir mitteilt, dass er eine Geschlechtskrankheit hat.

## FAQ

### Brauchen Sides eine PrEP?

Die Deutsche Aidshilfe sagt nur zum HIV-Risiko: Wer ausschließlich Oralverkehr und keinen Analverkehr hat, braucht prinzipiell keine PrEP. Das HIV-Risiko sei bei ausschließlich Oralverkehr vernachlässigbar gering. Auf andere Geschlechtskrankheiten bezieht sich diese Aussage nicht. Für Sides, die gelegentlich Analverkehr haben, gilt diese Aussage nicht.

### Bin ich ein Side, wenn ich manchmal doch Analsex habe?

Ja, laut Joe Kort kann das passen. Er beschreibt Spielarten mit gelegentlichem Analverkehr: Top Side bevorzugt die eindringende Rolle, Bottom Side die aufnehmende, Vers Side hat keine feste Rollenvorliebe. Side-ish beziehungsweise Mostly a Side beschreibt, wer gelegentlich Analverkehr oder Analspiel hat. Bei allen diesen Spielarten bleibt Side laut Kort die Hauptvorliebe.

### Ist Side eine sexuelle Orientierung?

Nein, Side ist laut Kort eine sexuelle Vorliebe, im Englischen „sexual preference“. Asexuell sind Sides nicht automatisch, auch wenn einzelne unter das asexuelle Spektrum fallen können. Der Irrtum entsteht laut Kort, weil man glaubt, ohne Analverkehr hätten Sides gar keinen Sex.

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