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title: "No Nut November: Was Semen Retention wirklich bringt"
description: "Die Studienlage gibt die versprochenen Vorteile kaum her. Testosteron-Studien, Prostata und Spermien, Blue Balls und die Einordnung von Edging."
url: https://gay-blog.tomrockets.com/no-nut-november/
date_published: 2026-10-26
date_modified: 2026-10-26
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# No Nut November: Was Semen Retention wirklich bringt

## Inhaltsverzeichnis

- [Woher No Nut November kommt und was NoFap damit zu tun hat](#h-woher-no-nut-november-kommt-und-was-nofap-damit-zu-tun-hat)
- [Steigt das Testosteron beim No Nut November? Was die Studien messen](#h-steigt-das-testosteron-beim-no-nut-november-was-die-studien-messen)
- [No Nut November, Prostata und Spermien: Was die Studien hergeben](#h-no-nut-november-prostata-und-spermien-was-die-studien-hergeben)
- [Ist NoFap wirklich wirksam? Was Kurse und Social Media zu Semen Retention versprechen](#h-ist-nofap-wirklich-wirksam-was-kurse-und-social-media-zu-semen-retention-versprechen)
- [Wenn No Nut November Druck macht: Scham, Rückfälle und Leidensdruck](#h-wenn-no-nut-november-druck-macht-scham-ruckfalle-und-leidensdruck)
- [Blue Balls beim No Nut November: Was hinter dem Druck in den Hoden steckt](#h-blue-balls-beim-no-nut-november-was-hinter-dem-druck-in-den-hoden-steckt)
- [Pornos, Death Grip und No Nut November: Was über eine Pause bekannt ist](#h-pornos-death-grip-und-no-nut-november-was-uber-eine-pause-bekannt-ist)
- [Edging als Alternative zu No Nut November: Was die Studien sagen](#h-edging-als-alternative-zu-no-nut-november-was-die-studien-sagen)

No Nut November, kurz NNN, ist eine Internet-Challenge, bei der die Teilnehmer den ganzen November nicht abspritzen, weder beim Wichsen noch beim Sex. In den sozialen Medien verbreitet ist dazu der Begriff Semen Retention: bewusst seltener zu ejakulieren. Manche Teilnehmer versprechen sich davon gesundheitliche Vorteile.

Die Studienlage gibt das kaum her. Die Untersuchungen zum Verzicht sind klein, kurz oder messen keine Hormone, und eine Studie dazu, ob ein Monat Pause Testosteron, Prostata oder Spermien verändert, ist nicht bekannt. Masturbation ist ein normaler Teil der Sexualität. Ob du mitmachst, entscheidest du selbst.

## Woher No Nut November kommt und was NoFap damit zu tun hat

No Nut November entstand laut Wikipedia in den frühen 2010er-Jahren als satirisch gemeinte Internet-Challenge und verbreitet sich seit 2017 unter Männern in sozialen Medien.

Men's Health schrieb 2019, die genaue Herkunft sei unklar, und führte sie gestützt auf die Website KnowYourMeme auf einen Urban-Dictionary-Eintrag vom 3. November 2011 zurück. Bei einer Abfrage im Oktober 2026 lieferte Urban Dictionary als ältesten abrufbaren Eintrag zur Challenge aber den vom 19. November 2017. Der Eintrag von 2011 ließ sich am Original nicht prüfen.

Den Durchbruch machte laut Men's Health ein Tweet vom 1. November 2017, der in einem Reddit-Forum auf mehr als 33.100 Punkte kam. Von dort an habe No Nut November sich verbreitet, schreibt das Magazin. Das Forum r/NoNutNovember hatte laut deutscher Wikipedia im November 2020 85.300 Abonnenten, im November 2022 waren es über 134.000. Laut englischer Wikipedia entstand 2017 mit dem „Destroy Dick December“ ein Gegenstück.

NoFap ist ein Reddit-Forum gegen Pornos, wie der Rolling Stone 2019 schrieb, und wurde laut Men's Health am 20. Juni 2011 gegründet. Ob No Nut November zu NoFap gehört, ist umstritten: Die englische Wikipedia bringt die Challenge mit der NoFap-Community in Verbindung. Matthew Plummer, Community-Manager von NoFap, sagte 2019 dem Rolling Stone, die Challenge habe keine Verbindung zu NoFap, beides werde aber oft vermischt, und NoFap poste manchmal #NNN-Memes auf seinen Kanälen. Men's Health hält es für möglich, dass der Verfasser des Urban-Dictionary-Eintrags von 2011 auch im NoFap-Forum aktiv war.

Laut Wikipedia ist der Locktober eine Keuschheits-Challenge aus der Kink-Szene im Oktober, mit Verzicht und körperlichen Hilfsmitteln. Der Beitrag [Keuschhaltung im Locktober](https://gay-blog.tomrockets.com/locktober-keuschheit/) beschreibt sie im Detail.

## Steigt das Testosteron beim No Nut November? Was die Studien messen

Eine Testosteron-Messung über einen Monat No Nut November ist nicht bekannt. Bekannt sind nur zwei kleine Studien mit Hormonwerten, und die erste Studie zur Challenge selbst erfasste keine Hormone.

| Studie | Teilnehmer | Dauer | Ergebnis | Grenze |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Jiang (2002) und Jiang und Kollegen (2003, englische Fassung) | 28 Männer | tägliche Messung nach einer Ejakulation, Gesamtdauer im Abstract nicht angegeben | Gipfel an Tag 7 bei 145,7 % des Ausgangswerts, danach kein regelmäßiger Verlauf | englische Fassung 2021 zurückgezogen; Alter und Kontrollgruppe im Abstract nicht angegeben |
| Exton und Kollegen (2001) | 10 gesunde Männer | Messung vor und nach 3 Wochen sexueller Enthaltsamkeit | Testosteron nach der Pause höher, der Orgasmus selbst änderte den Wert nicht | Kontrollgruppe, Zahlenwerte und Normbereich im Abstract nicht angegeben |
| Garas, Levang und Pukall (2025) | 435 Befragte vor, 114 nach dem November | ein No Nut November | im Verlauf des Verzichts kein signifikanter Unterschied im sexuellen Wohlbefinden gegenüber Nicht-Teilnehmern | Selbstauskunft, Teilnahme frei gewählt, Hormone nicht gemessen |

Laut Wikipedia gründete Alexander Rhodes NoFap, nachdem er in einem Reddit-Thread über eine Testosteron-Studie von 2003 gelesen hatte. Nach Jahr und Wert handelt es sich dabei um die Jiang-Studie. Zurückgezogen wurde deren englische Fassung, weil sie sich stark mit der chinesischen Veröffentlichung von Jiang (2002) überschneidet. Die chinesische Fassung ist bei PubMed nicht als zurückgezogen geführt.

Bei Garas, Levang und Pukall berichteten die Teilnehmer mehr sexuelle Flexibilität als Befragte, die nie mitgemacht hatten. Die Autoren sehen darin einen möglichen Zusammenhang mit der Bereitschaft, neue Trends und Praktiken auszuprobieren. Für belastbare Aussagen brauche es mehr Langzeitforschung, schreiben die Autoren.

Was an anderen Behauptungen rund ums Wichsen dran ist, prüft der Beitrag [Kann man beim Wichsen etwas falsch machen?](https://gay-blog.tomrockets.com/wichs-unwahrheiten/).

## No Nut November, Prostata und Spermien: Was die Studien hergeben

Zwei Auswertungen derselben großen US-Studie finden bei häufigem Ejakulieren kein höheres Prostatakrebsrisiko, und Spermienlabore arbeiten mit Pausen von wenigen Tagen. Einen Monat No Nut November hat keine dieser Untersuchungen geprüft.

| Studie | Teilnehmer | Dauer | Ergebnis | Grenze |
| --- | --- | --- | --- | --- |
| Leitzmann und Kollegen (2004) | 29.342 US-Männer, 46 bis 81 Jahre | Fragebogen 1992, Nachbeobachtung bis 2000 | 1.449 neue Prostatakrebsfälle; bei 21 oder mehr Ejakulationen im Monat über das Leben gemittelt seltener Prostatakrebs als bei 4 bis 7; für fortgeschrittenen Prostatakrebs kein gesicherter Zusammenhang | Beobachtungsstudie, Häufigkeit im Rückblick selbst angegeben |
| Rider und Kollegen (2016) | 31.925 Männer derselben Studiengruppe | Nachbeobachtung bis 2010 | 3.839 Prostatakrebsfälle; bei 21 oder mehr Ejakulationen im Monat seltener Prostatakrebs als bei 4 bis 7, vor allem bei Prostatakrebs mit niedrigem Risiko | Beobachtungsstudie, nur Männer aus Gesundheitsberufen |
| Levitas und Kollegen (2005) | 9.489 Samenproben von 6.008 Patienten einer Kinderwunsch-Einheit | Auswertung nach Tagen ohne Ejakulation | bei normalem Befund sanken Beweglichkeit und normale Form der Spermien an den Tagen 11 bis 14 | Kinderwunsch-Patienten, rückblickende Auswertung |

Beide Auswertungen sind Beobachtungsstudien: Sie werten aus, was Männer über sich angeben, und teilen niemanden in Gruppen ein. Verglichen wurden Männer, die oft ejakulieren, mit Männern, die es seltener tun, nicht eine Pause mit keiner Pause. Als Ejakulation zählten bei Leitzmann Sex, nächtliche Samenergüsse und Masturbation. Ein solcher Befund zeigt einen Zusammenhang; eine Ursache lässt sich daraus nicht ableiten.

Rider nennt Begleitmerkmale häufigen Ejakulierens, etwa BMI, körperliche Aktivität, Scheidung und frühere Geschlechtskrankheiten. Ein Rat zur Häufigkeit lässt sich daraus nicht ableiten.

Das Laborhandbuch der Weltgesundheitsorganisation WHO (6. Auflage, 2021) empfiehlt für ein Spermiogramm eine Probe nach mindestens 2 und höchstens 7 Tagen Karenz, also Zeit ohne Ejakulation. Die Empfehlung beruht laut WHO auf klinischer Erfahrung. Björndahl und Kirkman-Brown (2022) schreiben in einem Kommentar zum Handbuch, mit längerer Karenz steige erwartbar die Zahl der Spermien, während der Anteil beweglicher Spermien wahrscheinlich sinke. Diese Angaben stammen aus Kinderwunsch- und Labormedizin.

## Ist NoFap wirklich wirksam? Was Kurse und Social Media zu Semen Retention versprechen

Für No Nut November, NoFap und Semen Retention ist keine Studie bekannt, die die versprochenen Vorteile über einen Monat Verzicht belegt. Online-Kurse versprechen trotzdem viel, von besseren Erektionen bis zu mehr Testosteron.

Dubin und Kollegen (2024) werteten TikTok- und Instagram-Beiträge zu Männergesundheit aus, mit Suchbegriffen wie Testosteron, Erektionsstörung, Unfruchtbarkeit und Semen Retention. „Semen retention“ war mit über 1,2 Milliarden TikTok-Impressionen und 1.077.000 Instagram-Beiträgen am höchsten. Themenübergreifend war die Genauigkeit schlecht (2,6 auf einer 1-bis-5-Skala); ärztliche Beiträge waren genauer (4,2) als andere (2,3).

Prause befasste sich in mehreren Arbeiten kritisch mit NoFap. Für die Studie von 2024 wurden bei einer systematischen Google-Suche nach Kursen zum Ejakulationstraining 11 Kurse bei 10 Anbietern gefunden. Keiner dieser Anbieter nannte anerkannte medizinische oder psychologische Qualifikationen, während 7 von 10 nur die eigene Erfahrung nannten. Versprochen wurden Verbesserungen bei Erektionsstörung, vorzeitigem Samenerguss, „Pornosucht“, Leistungsangst, Testosteron und Depression, laut Prause ohne wissenschaftlichen Beleg. Die Kurse kosteten wöchentlich 5 bis 147 oder einmalig 20 bis 199 US-Dollar; Prause hat Angebote ausgewertet, nicht deren Wirkung gemessen.

Men's Health (2019) zitiert Arzt Christopher Carrubba, er habe keine Forschung zum psychischen Nutzen von Semen Retention gefunden; berichtete Vorteile seien rein anekdotisch und möglicherweise Placebo-Effekte. Justin Lehmiller vom Kinsey Institute wird dort zitiert, es gebe keinen wissenschaftlichen Beleg für gesundheitliche Vorteile von Masturbations- oder Ejakulationsverzicht.

Eine Studie, die Verzicht mit „Männlichkeit“ verknüpft, ist nicht bekannt. Ein einzelner Urban-Dictionary-Eintrag von 2019 nennt No Nut November eine Challenge für „wahre Männlichkeit“, eine Selbstbeschreibung statt Beleg. Auch für mehr Energie, Konzentration oder „Dopamin-Reset“ durch Verzicht ist keine Studie bekannt.

Laut deutscher Wikipedia kritisierte Vice die Challenge 2018, EJ Dickson warnte 2019 im Rolling Stone vor einer Übernahme durch Verschwörungstheoretiker und Rechte, und Belltower.News nannte No Nut November 2021 einen „niedrigschwelligen Einstieg in die ‚NoFap‘-Welt“.

## Wenn No Nut November Druck macht: Scham, Rückfälle und Leidensdruck

Eine Studie über Druck bei No Nut November ist nicht bekannt. In Studien zu Pornokonsum und zu Sex zwischen Männern hängen Leidensdruck und Unglück eher mit empfundener Sucht und Konflikten mit den eigenen Werten zusammen als mit dem Verhalten selbst.

Driemeyer schrieb 2013 in der Zeitschrift für Sexualforschung, [Masturbation](https://gay-blog.tomrockets.com/masturbation-vorteile/) gelte in Sexualwissenschaft, Sexualtherapie und Sexualpädagogik spätestens seit den 1970er-Jahren als wichtiger Teil sexueller Gesundheit. Zugleich gebe es nur wenige differenzierte Befunde zu Wirkungen auf sexuelle Erfahrungen und sexuelles Erleben.

Grubbs und Kollegen (2015) befragten 713 Erwachsene einmalig zu Pornos, nicht zu Masturbation oder No Nut November. Wer Pornokonsum als Sucht empfand, war unabhängig von der tatsächlichen Nutzung psychisch stärker belastet; eine zweite Stichprobe mit 1.215 Studierenden bestätigte das.

Grubbs und Perry (2019) fassen in einer Übersicht zusammen, dass moralische Inkongruenz, also ein Konflikt zwischen Verhalten und eigenen Werten, mit stärkerem Leidensdruck und mehr empfundener Sucht zusammenhängt. Grubbs und Kollegen (2019) deuten das Suchtgefühl in vielen Fällen als Folge dieses Konflikts. Das ist das Modell der Autorengruppe; ob Pornonutzung süchtig macht, ist fachlich umstritten.

Perry, Grubbs und McElroy (2021) werteten US-Umfragen von 1988 bis 2018 aus. Männer mit gleichgeschlechtlichem Sex im Vorjahr nannten sich nur dann häufiger unglücklich als andere, wenn sie Homosexualität für „immer falsch“ hielten. Die Autoren folgern, moralischer Konflikt statt Sexualverhalten hänge mit Unglück zusammen. Die Daten stammen aus US-Umfragen zu einzelnen Zeitpunkten und betreffen Sex, nicht Masturbation oder No Nut November; auf schwule Teilnehmer der Challenge lässt sich das nur als Folgerung übertragen.

Prause und Binnie (2024) befragten in einer vorab registrierten Umfrage Männer zu „Rückfällen“ und NoFap-Foren. Nach dem letzten „Rückfall“ berichteten Teilnehmer von Scham, Wertlosigkeitsgefühlen und Traurigkeit. Frühere qualitative Studien legen laut den Autoren nahe, dass das Abstinenzziel übliches Sexualverhalten zu persönlichem „Versagen“ umdeute. Wie viele Männer teilnahmen, nennt das Abstract nicht; die Angaben beruhen auf Selbstauskunft.

Chasioti und Binnie (2021) werteten in einer erzählenden Analyse Beiträge aus NoFap- und PornFree-Foren von Menschen aus, die ihre Pornonutzung selbst als Problem sehen. Das als „Genesung und Rückfall“ gedeutete Festhalten am Verzicht sei ein wichtiger Faktor dafür, dass der Leidensdruck bleibe.

Die Cleveland Clinic rät bei Schuldgefühlen oder dem Eindruck übermäßiger Masturbation zum Arzt und dazu, sich nicht zu schämen; er könne an einen Therapeuten vermitteln.

## Blue Balls beim No Nut November: Was hinter dem Druck in den Hoden steckt

[Blue Balls](https://gay-blog.tomrockets.com/feiertage-ohne-stress/), auf Deutsch Kavaliersschmerzen, sind laut Cleveland Clinic ein unangenehmes Druckgefühl oder Unbehagen in den Hoden nach Erregung ohne Orgasmus, ohne bleibende Folgen. Der Fachbegriff lautet epididymale Hypertension, also Überdruck im Nebenhoden. Die Cleveland Clinic schreibt, das sei trotz des hochtrabenden Namens keine Krankheit.

Laut Cleveland Clinic fließt bei Erregung Blut in die Genitalien; Druck im Nebenhoden steigt und sinkt nach dem Orgasmus. Levang und Kollegen (2023) nennen eine andere Theorie: Verlangsamter Blutabfluss aus den Hoden nach Erregung ohne Orgasmus könne den Schmerz zumindest teilweise erklären.

Laut Cleveland Clinic dauert das Unbehagen meist Minuten, selten einige Stunden. Eine Erektion ohne Orgasmus sollte laut Cleveland Clinic nie starke oder lähmende Schmerzen verursachen. Bei Schmerzen im Genitalbereich rät die Klinik zum Arzt, ebenso wenn das Gefühl nicht weggeht oder den Alltag stört. Genitalschmerzen ohne vorherige Erregung sollte laut Urologe Petar Bajic ein Urologe oder Hausarzt abklären. Eine lang anhaltende Erektion, Priapismus, ist laut Cleveland Clinic ein Notfall.

Laut Levang und Kollegen umfasst das Fachschrifttum nur eine Interviewstudie und einen Fallbericht. Ihre Online-Befragung 2023 mit 2.621 Menschen, davon 1.483 mit Penis, beruht auf Selbstauskunft. Befragte mit Penis hielten Blue Balls häufiger für real und berichteten häufiger mäßigen oder starken Schmerz; starker Schmerz betraf nur eine Minderheit. Die Autoren betonen, er sei kein Grund, ungewollten Sex fortzusetzen.

Levang nennt zur möglichen Linderung Masturbation bis zum Orgasmus, Zeit, Ablenkung, Bewegung, Atemtechniken, Wasserlassen und kaltes Duschen; Teilnehmer einer Interviewstudie nannten auch Schlaf und Abwarten, bei manchen half der Orgasmus nicht. Eine Studie zu Blue Balls nach Wochen oder Monaten Verzicht ist nicht bekannt, ebenso wenig eine Auswertung zu schwulen Männern.

## Pornos, Death Grip und No Nut November: Was über eine Pause bekannt ist

Ob eine Pause wie No Nut November beim Death Grip hilft, ist nicht bekannt. Zu Pornos ist eine Studie bekannt, die eine Woche Verzicht bei Studenten untersucht hat.

Die WHO führt in ihrer Krankheitsklassifikation ICD-11 unter 6C72 [zwanghaftes Sexualverhalten](https://gay-blog.tomrockets.com/sexsucht/): ein über längere Zeit, etwa 6 Monate oder mehr, anhaltendes Muster fehlender Kontrolle über starke sexuelle Impulse mit deutlichem Leidensdruck oder Beeinträchtigung. Pornografie fehlt darin; rein moralischer Leidensdruck reicht nicht, und laut Kraus und Kollegen (2018) soll viel Sex ohne Kontrollverlust keine Störung sein. Die ICD-11 ordnet es den Impulskontrollstörungen zu, nicht den Süchten, und enthält keine Diagnose „[Pornosucht](https://gay-blog.tomrockets.com/pornosucht/)“.

Fernandez und Kollegen (2023) teilten 176 Studenten mit mindestens dreimal wöchentlichem Pornokonsum per Los auf: 86 sollten 7 Tage auf Pornos verzichten, 90 nicht. Verlangen, Stimmung und Entzugssymptome zeigten keinen signifikanten Gruppenunterschied. Nur eine Zusatzauswertung zeigte einen Verzichtseffekt aufs Verlangen bei Teilnehmern mit stark problematisch erlebter, zuvor täglicher Nutzung; die Autoren mahnen zur Vorsicht. Grenzen sind Studenten (64,2 % Frauen), nur eine Woche und Porno- statt Masturbationsverzicht; eine schwule Teilgruppe nennt das Abstract nicht.

[Death Grip](https://gay-blog.tomrockets.com/death-grip-syndrom/) ist kein Fachbegriff; fachlich heißt es „traumatic masturbatory syndrome“. Sank (1998) beschrieb vier Fallberichte über Männer mit eigenwilligem Stil, etwa Bauchlage und täglicher Masturbation über Jahre, sowie Erektions- oder Orgasmusstörungen.

Can und Kollegen (2023) verglichen 448 Männer, mittleres Alter 30 Jahre: 266 mit Erektionsstörung und 182 ohne. Reiben in Bauchlage fand sich bei 10,2 % mit und 6 % ohne Erektionsstörung, Druck auf den Penis bei 8,6 % gegenüber 3,3 %. Ob die Technik die Erektionsstörung verursacht, bleibt offen; die Masturbationsangaben beruhen auf Selbstauskunft.

## Edging als Alternative zu No Nut November: Was die Studien sagen

[Edging](https://gay-blog.tomrockets.com/edging/) ist laut Wikipedia eine Form der [Orgasmuskontrolle](https://gay-blog.tomrockets.com/cum-control/); als Ersatz für No Nut November ist keine Studie dazu bekannt.

Cooper und Kollegen (2015) werteten 10 randomisierte Studien mit 521 Teilnehmern zu Verhaltenstherapien bei vorzeitigem Samenerguss aus, darunter Squeeze- und Stop-Start-Technik; randomisiert heißt, Teilnehmer wurden per Los in Gruppen eingeteilt. Vier verglichen mit einer Warteliste: Zwei fanden 7 bis 9 Minuten mehr Zeit bis zum Samenerguss beim Vaginalverkehr, zwei keinen Unterschied. Die Autoren sehen begrenzte Belege; ob die Studien fair angelegt waren, blieb unklar.

Die Übersicht nennt Edging nicht; geprüft wurden Techniken wie Stop-Start. Der britische Gesundheitsdienst NHS schrieb auf einer Seite, die im Archiv mit Stand 2016 erhalten ist, Männer könnten Masturbation nutzen, um ihren Orgasmus kontrollieren zu lernen. Wer dabei mit einem Toy spielen will, findet [Masturbatoren im TomRockets-Shop](https://tomrockets.com/c/masturbatoren-gay).

## FAQ

### Darf ich beim No Nut November edgen?

Das hängt von der jeweiligen Beschreibung ab. Die englische Wikipedia beschreibt No Nut November als sexuelle Enthaltsamkeit und Masturbationsverzicht im November, also ohne Edging. Die deutsche Wikipedia spricht von Orgasmusverzicht bei Masturbation oder Sex; Edging ohne Orgasmus fällt nicht darunter.

### Ist Semen Retention gefährlich?

Der Arzt Christopher Carrubba wird bei Men's Health (2019) mit dem Satz zitiert, mit Semen Retention seien keine nennenswerten Risiken verbunden. Das ist eine Einschätzung, keine Studie. Wie sich ein Monat ohne Ejakulation auf Testosteron, Prostata oder Fruchtbarkeit auswirkt, hat bisher keine bekannte Studie untersucht.

### Was ist das Dhat-Syndrom?

Das kulturgebundene Syndrom steht in der Fachliteratur für starke Beschäftigung mit Samenverlust und Angst, er mache krank. Ein Cureus-Fallbericht (2024) beschreibt es als bei Männern häufiger. Ein Kommentar von Prause aus dem Jahr 2024 trägt den Titel „Dhāt syndrome emerges in the United States from anti-masturbation semen Retention/NoFap groups“.

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