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title: "CIS im BDSM: was diese Leitphilosophie bedeutet"
description: "Leitphilosophie CIS: Dies spielt sich im BDSM ab und ist ein Leitmotiv beim Spielen. Lies hier, was es damit auf sich hat."
url: https://gay-blog.tomrockets.com/cis-bdsm/
date_published: 2023-10-01
date_modified: 2025-10-09
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# CIS im BDSM: was diese Leitphilosophie bedeutet

## Inhaltsverzeichnis

- [Was bedeutet das Leitphilosophie CIS?](#h-was-bedeutet-das-leitphilosophie-cis)
- [Also CIS jetzt? Ja, nein, warum?](#h-also-cis-jetzt-ja-nein-warum)
  - [Empfehlenswerte Hinweise](#h-empfehlenswerte-hinweise)

Leitphilosophie [CIS](https://gay-blog.tomrockets.com/cis/ "CIS") – Wenn du dich mit [BDSM](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-fetisch-kink/ "BDSM") beschäftigst, bist du wahrscheinlich bereits auf mindestens einen dieser Begriffe gestoßen:

- Safe, Sane, Consensual (SSC)
- Risk Aware Consensual [Kink](https://gay-blog.tomrockets.com/fetisch-vs-kink/ "Kink") ([RACK](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-rack/ "RACK"))
- Personal Responsibility, Informed Consensual Kink ([PRICK](https://gay-blog.tomrockets.com/prick-bdsm/ "PRICK"))
- Freely given, Reversible, Informed, Enthusiastic, Specific ([FRIES](https://gay-blog.tomrockets.com/fries-bdsm/ "FRIES"))
- Total [Power Exchange](https://gay-blog.tomrockets.com/total-power-exchange-bdsm/ "Power Exchange") (TPE)
- Complete and Irrevocable [Submission](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-submission/ "Submission") (CIS)

Die geheimnisvollen Akronyme repräsentieren verschiedene **Leitphilosophien,** Modelle, nach denen BDSM praktiziert werden kann. SSC (Safe, Sane and Consensual, auf Deutsch: sicher, vernünftig und einvernehmlich) ist eines der dabei bekanntesten und ältesten. Die anderen Ausdrücke drücken ähnlich aus, was im **BDSM** erlaubt und was nicht akzeptabel sein sollte. Die Wahl der **Leitphilosophien** hängt sowohl von deinen philosophischen Überzeugungen als auch von deiner Risikobereitschaft ab. Lies den restlichen Artikel, um mehr über das Prinzip von **CIS** zu erfahren.

## Was bedeutet das Leitphilosophie CIS?

Um **CIS** zu verstehen, muss vorerst eine weitere Leitphilosophieangesprochen werden, TPE**.**TPE, oder Total Power Exchange, bezeichnet eine intensive Ausdrucksform der [Dominanz](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-dominanz/ "Dominanz") und Unterwerfung im Rollenspiel, bei der der submissive Partner sich völlig dem dominanten Partner unterwirft, sodass ein starkes [Machtgefälle](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-machtgefaelle/ "Machtgefälle") entsteht. Diese Unterwerfung kann entweder freiwillig und demütig angenommen werden, als Anerkennung der Position des dominanten Partners, oder sie kann auch, wenn dies vereinbart und gewünscht ist, durch Zwang erreicht werden. Der passive Teilnehmer wird dominiert, da er dies begehrt und benötigt.

Darauf aufbauen hat sich CIS entwickelt, ein noch intensiveres Niveau der Unterwerfung, welches als Complete and Irrevocable Submission (**CIS**), oder „vollständige und unwiderrufliche Unterwerfung“ bezeichnet wird. Hierbei kann die Unterwerfung entweder passiv erfolgen, wobei die devote Person sich der dominanten Person unterwirft, oder aktiv, wobei die dominante Person die passive Person unterwirft. Beide Arten von **Rollenspielen** kommen im **BDSM** vor und sind Teil des **Machtspiels** im sado-masochistischen Rollenspiel. Der Unterworfene dient dem Herrscher, und der Herrscher befiehlt dem Unterwürfigen.

Metakonsens bezeichnet [Rollenspiele](https://gay-blog.tomrockets.com/rollenspiele-sex/ "Rollenspiele") zwischen einvernehmlichem und nicht einvernehmlichem Handeln. Der passive Partner erlaubt dem aktiven Partner, die Grenzen des Spiels zu bestimmen. In einer CIS-Beziehung wird der passive Partner als Eigentum und der dominante Partner als Besitzer betrachtet. Dauerhafte Kennzeichnungen wie Brandzeichen oder Tattoos sind oft Teil dieser Beziehung. Diese Praxis kann als fiktives BDSM-Szenario oder als potenzielle Verletzung der Menschenrechte betrachtet werden, da sie eine dauerhafte Unterwerfung ohne Rückzugsmöglichkeit darstellt.

## Also CIS jetzt? Ja, nein, warum?

**CIS** ist das erste **Leitmodell**, innerhalb der **BDSM-Praktiken**, in dem [Einvernehmlichkeit](https://gay-blog.tomrockets.com/consent-bdsm/ "Einvernehmlichkeit") nicht als eines der zentralen Elemente hervorgehoben wird. Die Idee besteht darin, die Zustimmung zu Beginn zu erhalten, welche im Grunde die Erlaubnis ist, die submissive Person, auch als „Sub“ bekannt, für den Rest ihres Lebens zu dominieren. Dieses Modell ist eines der am häufigsten kritisierten innerhalb des BDSM. Obwohl es eine Form von Einvernehmlichkeit gibt, besteht diese in einer irreversiblen Entscheidung seitens des Subs. Der Sub wird oft (aber nicht immer) als Diener oder Objekt ohne Rechte und ohne Bedürfnisse behandelt.

Die Hauptkritik an diesem Modell liegt in der Tatsache, dass Menschen sich oft nicht bewusst sind, welche weitreichenden Folgen solche Entscheidungen haben können, selbst wenn die Bedingungen konstant bleiben.

Hinzu kommt, dass sich sowohl die Erwartungen des Subs an sich selbst, sein Leben, seine Karriere etc., als auch die [Wünsche](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-wuensche/ "Wünsche") des dominanten Partners, auch „Dom“ genannt, ändern können. Daher stimmt der Sub im Grunde genommen nicht festen Bedingungen zu.

Die häufigste Verteidigung dieses Modells besteht darin, dass Menschen in ihrem Leben oft langfristige Verpflichtungen eingehen, deren Auswirkungen sie zum Zeitpunkt der Entscheidung möglicherweise nicht vollständig abschätzen können.

Es sollte jedoch darauf hingewiesen werden, dass das **CIS-Modell** hauptsächlich in der Fantasie und in Geschichten interessant ist und in der Realität nur schwer umsetzbar ist. Nach deutschem Recht ist es zudem nicht möglich, einen rechtsgültigen Vertrag zu erstellen, der dem Dom die notwendigen Rechte gewähren würde.

### Empfehlenswerte Hinweise

Hier sind einige Punkte, die bei **CIS** nach wie vor zu beachten sind:

- **Einvernehmlichkeit:** Einvernehmlichkeit ist der Kernpunkt jeder BDSM-Praxis. Beide Parteien müssen explizit zustimmen, und diese Zustimmung kann jederzeit widerrufen werden. Bei CIS könnte dieses Prinzip infrage gestellt werden, da es auf „unwiderruflicher“ Unterwerfung basiert. Es ist daher extrem wichtig, dass beide Parteien vollständig verstehen und sich damit einverstanden erklären, was dies bedeutet, bevor sie sich darauf einlassen.
- **Sicherheit:** CIS kann physische und psychische Risiken mit sich bringen. Beide Parteien müssen sich der potenziellen Gefahren bewusst sein und Maßnahmen ergreifen, um diese Risiken zu minimieren. Das kann regelmäßige Gesundheitschecks, sichere Praktiken und Notfallpläne beinhalten.
- **Kommunikation:** Offene und ehrliche Kommunikation sind von wesentlicher Bedeutung. Beide Parteien müssen sich wohlfühlen, ihre Gefühle, Bedenken und Grenzen zu äußern.
- **Vertrauen:** Eine CIS-Beziehung erfordert ein extrem hohes Maß an Vertrauen. Der submissive Partner vertraut dem dominanten Partner seine körperliche und emotionale Sicherheit an. Das ist nicht leichtfertig zu nehmen.
- **Rechtliche Aspekte:** Je nach Rechtsordnung kann eine unwiderrufliche Einwilligung in körperliche Gewalt nicht rechtlich bindend sein. Selbst wenn beide Parteien einer CIS-Beziehung zustimmen, kann es rechtliche Konsequenzen geben, insbesondere wenn es zu [Verletzungen](https://gay-blog.tomrockets.com/fisting-verletzungen/ "Verletzungen") kommt.
- **Psychische Gesundheit:** Eine so intensive Form der Unterwerfung kann starke Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben. Es ist wichtig, dass sowohl der dominante als auch der submissive Partner Unterstützung und Ressourcen haben, um mit diesen Herausforderungen umzugehen.

Schließlich ist es wichtig zu bedenken, dass obwohl **CIS** in einigen Teilen der **BDSM-Gemeinschaft** praktiziert wird, es eine sehr extreme Form der Macht- und Kontrollübergabe darstellt und nicht für jeden geeignet ist. Es sollte nur von vollständig einverstandenen, informierten und verantwortungsbewussten Parteien betreten werden.
