---
title: "Breathplay: Atemkontrolle im BDSM und ihre Risiken"
description: "Breathplay bedeutet Atemkontrolle im BDSM. Was im Hals passiert, warum die Szene von einer sicheren Ausführung abrückt und was die Rechtslage sagt."
url: https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-breathplay/
date_published: 2023-02-23
date_modified: 2026-07-25
---
# Breathplay: Atemkontrolle im BDSM und ihre Risiken

## Inhaltsverzeichnis

- [Warum praktiziert man Breathplay?](#h-warum-praktiziert-man-breathplay)
- [Wie gefährlich Breathplay wirklich ist](#h-wie-gefahrlich-breathplay-wirklich-ist)
- [Sicherheit beim Breathplay: Worauf zu achten ist](#h-sicherheit-beim-breathplay-worauf-zu-achten-ist)
- [Verschiedene Ausprägungen von Breathplay](#h-verschiedene-auspragungen-von-breathplay)
- [Extreme Formen von Breathplay?](#h-extreme-formen-von-breathplay)
- [Risikoärmere Alternativen](#h-risikoarmere-alternativen)
- [Juristische Perspektive](#h-juristische-perspektive)

Breathplay, auch Breath Control genannt, bezeichnet das Spiel mit dem Atem im [BDSM](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-fetisch-kink/ "BDSM") ([Bondage](https://gay-blog.tomrockets.com/penis-bondage/ "Bondage"), Discipline, Dominance, [Submission](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-submission/ "Submission"), Sadism, Masochism). Eingeschränkt wird dabei die Atmung der devoten Person, gesteuert wird sie von der dominanten. Der Reiz liegt für viele in der völligen Kontrollabgabe. Körperlich entsteht durch den Sauerstoffmangel ein Zustand zwischen Euphorie und Angst.

Diese Spielart unterscheidet sich in einem Punkt von allen anderen BDSM-Praktiken. Ihr Risiko lässt sich durch Technik verkleinern, aber zu keinem Zeitpunkt auflösen. Der Fachbegriff für den [Fetisch](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-fetisch-kink/fetische-kinks/ "Fetisch") lautet Asphyxiophilie und stammt aus Psychologie und Rechtssprache. Seit den 1990er Jahren rückt die Szene deshalb von der Vorstellung einer sicheren Ausführung ab.

## Warum praktiziert man Breathplay?

Breathplay bedient 2 verschiedene Motive. Die dominante Person sucht die Kontrolle über die Atmung eines anderen Menschen, die devote Person sucht die Kontrollabgabe. Das entstehende [Machtgefälle](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-machtgefaelle/ "Machtgefälle") ist deutlicher als bei fast jeder anderen Praktik. Ein [Machtgefälle im BDSM](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-machtgefaelle/) beruht sonst auf Absprache und Vertrauen. Hier verschiebt sich der Einsatz auf die körperliche Unversehrtheit.

Auf der devoten Seite kommen 4 körperliche Reize zusammen. Sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut, steigt der Kohlendioxidgehalt, und der Körper schaltet in eine Stressreaktion. Schwindel, ein Rauschen in den Ohren, ein Wärmegefühl und eine gesteigerte Herzfrequenz gehören dazu. Nach dem Ende der Atemreduktion folgen häufig Würgen, Husten und Tränen. Gerade dieses Gefühl der Befreiung empfinden viele als reizvoll.

Häufig liest man, Sauerstoffmangel setze Adrenalin und Endorphine frei und erzeuge dadurch einen rauschartigen Zustand. Belegt ist davon der erste Teil. Die Ausschüttung von Adrenalin und verwandten Stresshormonen bei Sauerstoffmangel ist physiologisch gut untersucht. Beim Endorphin-Teil sieht es anders aus. 3 Humanstudien fanden bei Sauerstoffmangel unveränderte Endorphinwerte, erhöhte Werte zeigten sich bislang vor allem in Tierversuchen. Auch die verwandte Erklärung für das Runner’s High gilt inzwischen als überholt. Dort spricht die neuere Forschung von Endocannabinoiden statt Endorphinen. Der Rauschzustand selbst ist also beschrieben und real, seine gängige Erklärung ist schwächer belegt als oft behauptet.

Die psychologische Seite wiegt ebenso schwer. Das Ausgeliefertsein ist eine besonders intensive Form der Unterwerfung und erzeugt eine starke Bindung an die dominante Person. Manche erreichen dabei einen Trancezustand, der dem [Subspace](https://gay-blog.tomrockets.com/subspace-bdsm-erreichen/) ähnelt. Atmen beide Partner nach der Session gemeinsam tief ein und aus, beruhigt das den Kreislauf. Diese Praktik löst allerdings ebenso Beklemmung, Panik und starke Abhängigkeitsgefühle aus. [Aftercare](https://gay-blog.tomrockets.com/aftercare-bdsm/) spielt hier deshalb eine größere Rolle als bei den meisten anderen Spielarten.

## Wie gefährlich Breathplay wirklich ist

Der zentrale Satz zu diesem Thema stammt von Jay Wiseman. Er ist Autor des BDSM-Standardwerks „SM 101“ und ausgebildeter Rettungssanitäter. In seinem Aufsatz „The Medical Realities of Breath Control Play“ von 1997 schreibt er: „I know of no way whatsoever that either suffocation or strangulation can be done in a way that does not intrinsically put the recipient at risk of cardiac arrest.“ Übersetzt heißt das: Ihm ist kein Weg bekannt, Ersticken oder Strangulieren so auszuführen, dass die empfangende Person dabei vor einem Herzstillstand sicher ist. Im selben Aufsatz hält er fest, er habe eine Ausführung ohne Lebensgefahr gesucht und keine gefunden.

Diese Position hat sich in der Szene durchgesetzt. Breathplay wird heute überwiegend unter Risk Aware Consensual [Kink](https://gay-blog.tomrockets.com/fetisch-vs-kink/ "Kink") ([RACK](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-rack/)) eingeordnet und ausdrücklich außerhalb von Safe, Sane, Consensual (SSC). Der Grund ist logischer Natur: SSC setzt Sicherheit voraus, und genau diese Voraussetzung fehlt hier. Damit gehört Breathplay in dieselbe Kategorie wie anderes [Edgeplay](https://gay-blog.tomrockets.com/edgeplay/). Das Restrisiko wird dort bewusst getragen statt beseitigt.

Wie verbreitet die Praktik ist, zeigt eine Erhebung der Forschungsgruppe um Debby Herbenick an der Indiana University. Befragt wurde eine College-Stichprobe in den USA. Nach den 2025 veröffentlichten Zahlen wurden 45 % der Frauen, 25 % der Männer und 61 % der genderdiversen Befragten beim Sex schon einmal gewürgt. Frühere Wellen derselben Gruppe kommen auf abweichende Werte, die Größenordnung bleibt jedoch stabil.

### Was im Hals passiert

Am Hals verlaufen auf engem Raum 5 empfindliche Strukturen: Halsschlagadern, Halsvenen, Luftröhre, Kehlkopf und Vagusnerv. Die forensische Fachliteratur nennt für die nötigen Kräfte Größenordnungen. Rund 2 Kilogramm genügen, um die Halsvenen zu stauen. Für die Halsschlagadern sind es 2,5 bis 10 Kilogramm, für die Luftröhre rund 15 Kilogramm. Diese Zahlen stammen aus einer schwer zurückverfolgbaren Quellenkette. Ihre Reihenfolge wird in der Literatur allerdings durchgehend so wiedergegeben.

Daraus folgt der entscheidende Punkt. Die Halsschlagadern schließen sich weit unterhalb der Kraft, die zum Zusammendrücken der Luftröhre nötig wäre. Wer glaubt, vorsichtig zu würgen, drückt möglicherweise bereits die Halsschlagadern ab. Bei wirksamer Kompression der Halsschlagadern tritt Bewusstlosigkeit typischerweise nach 7 bis 14 Sekunden ein. Druck auf Halsschlagadern und Vagusnerv löst außerdem den Karotissinusreflex aus. Dieser Reflex senkt die Herzfrequenz und kann bis zum Herzstillstand führen. Genau er macht die Praktik unberechenbar, denn er hängt an der individuellen Reflexlage statt an der aufgewendeten Kraft.

Beim Druck auf die Luftröhre stehen andere [Verletzungen](https://gay-blog.tomrockets.com/fisting-verletzungen/ "Verletzungen") im Vordergrund. Die Trachea besteht aus Knorpelspangen und Bändern, der Kehlkopf lässt sich quetschen oder brechen. Schon leichter Druck löst Heiserkeit, Husten und Schluckbeschwerden aus, die bis zu mehreren Tagen anhalten. Ein gebrochener Kehlkopf macht unter Umständen eine notfallmäßige Luftröhrenöffnung erforderlich.

### Warum Bewusstlosigkeit kein Erfolg ist

In manchen Darstellungen gilt die Ohnmacht als Höhepunkt der Erfahrung. Medizinisch ist sie eine Schutzreaktion auf eine akut gefährdete Sauerstoffversorgung des Gehirns. Wer bewusstlos wird, hat den Punkt bereits überschritten, an dem sich der Verlauf noch steuern lässt. Ab diesem Moment entscheidet allein die Reaktion der anderen Person über den Ausgang.

Ein Teil der Folgen wird erst später sichtbar. Fallserien in der forensischen Literatur dokumentieren Einrisse der Halsschlagader nach Strangulation, medizinisch Karotisdissektion genannt. Diese Einrisse machen sich teils erst Tage bis Monate später durch einen Schlaganfall bemerkbar. Systematische Häufigkeitszahlen dazu fehlen bislang, die Fälle selbst sind gut dokumentiert. Punktförmige Einblutungen in Augen und Gesicht, sogenannte Petechien, gelten als klassisches Zeichen einer stattgefundenen Strangulation.

Ob wiederholtes Würgen langfristige Hirnschäden hinterlässt, ist derzeit offen. Ein Übersichtsartikel in Nature Reviews Neurology benennt die Frage 2024 ausdrücklich als Forschungslücke. Vorliegende Einzelfallberichte stammen aus dem Kontext häuslicher Gewalt und lassen sich auf einvernehmliches Spiel schwer übertragen.

### Allein praktiziertes Breathplay

**Führe Atemreduktion niemals allein und niemals an dir selbst aus.** Das ist die einzige Regel zu diesem Thema, die ohne Einschränkung gilt. Autoerotische Asphyxie stellt den größten Teil der dokumentierten Todesfälle. Der Grund liegt in der Mechanik: Tritt Bewusstlosigkeit ein, entfällt jede Möglichkeit, den Druck zu lösen. Bei Konstruktionen mit Schlingen, Tüten oder Bändern wirkt die Einwirkung nach dem Bewusstseinsverlust weiter. Eine Kontrollinstanz gibt es dann nicht mehr.

Zu den Zahlen lohnt ein genauer Blick, weil hier eine überholte Angabe kursiert. Die oft zitierten 250 bis 1.000 Todesfälle pro Jahr in den USA stammen aus dem Buch „Autoerotic Fatalities“ von 1983. Die Autoren übertrugen darin britische und kanadische Daten auf die US-Bevölkerung. Die forensische Pathologin Anny Sauvageau hat diese Zahl 2012 überprüft. Ihre Grundlage waren 38 dokumentierte Fälle in der kanadischen Provinz Alberta zwischen 1985 und 2009. Sie kam auf rund 0,5 Todesfälle je 1 Million Einwohner und Jahr, hochgerechnet 62 bis 156 Fälle jährlich in den USA. Ihre Begründung für die Überprüfung: Die Fachwelt habe Zahlen aus einem Buch weiterzitiert, ohne sie zu prüfen. Für Deutschland fehlt eine amtliche Statistik, und kursierende Angaben nennen ihre Methodik nicht.

Auch die niedrigere Schätzung bleibt eine Untergrenze, denn ein Teil der Fälle wird als Suizid oder [Unfall](https://gay-blog.tomrockets.com/analsex-unfall/ "Unfall") klassifiziert.

## Sicherheit beim Breathplay: Worauf zu achten ist

Die Ausgangslage lautet: Risikominderung ist erreichbar, Sicherheit nicht. Wer Breathplay praktiziert, trägt ein Restrisiko, das sich durch Technik verkleinern, aber nicht auflösen lässt. Die folgenden Punkte senken das Risiko, sie ersetzen die Entscheidung gegen die Praktik jedoch nicht.

Vor der Session gehören Erfahrungsstand, Vorerkrankungen und Medikamente offen besprochen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Epilepsie, Asthma und Gerinnungshemmer verschieben das Risiko erheblich. Alkohol, [Poppers](https://gay-blog.tomrockets.com/poppers/ "Poppers") und andere Substanzen verschieben es ebenfalls, weil sie Wahrnehmung und Kreislauf beeinflussen. Wer die eigenen [Grenzen im BDSM](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-limit-grenzen/) klar definiert hat, bringt die wichtigste Vorarbeit bereits mit.

Während der Session gelten 3 Regeln. Kurze Intervalle statt langer Phasen. Ununterbrochener Blickkontakt zum Gesicht der devoten Person. Und ein sofortiges Ende bei jedem Anzeichen von Blaufärbung, Krampf oder Orientierungsverlust. Die dominante Person trägt dabei die gesamte Verantwortung, denn die devote Person verliert ab einem gewissen Punkt das Urteil über den eigenen Zustand. Die üblichen [Warnsignale bei Spielpartnern](https://gay-blog.tomrockets.com/warnsignale-bdsm-red-flags/) wiegen hier doppelt. Wer Druck ausübt, Absprachen übergeht oder ohne Erfahrung dominiert, ist für diese Praktik der falsche Partner.

Daraus folgt eine Einschränkung, die bei anderen Spielarten weniger wiegt: Auf einer Sexparty, im [Darkroom](https://gay-blog.tomrockets.com/darkroom-knigge/ "Darkroom") oder beim ersten Treffen aus einer App fehlt die Voraussetzung. Die gesamte Notfallkette hängt daran, dass die andere Person deinen Zustand richtig einschätzt und im Ernstfall handelt statt zu verschwinden. Bei einem Fremden weißt du weder das eine noch das andere.

Für den Notfall gehört ein Telefon in Reichweite, die Notrufnummer ist 112. **Bei Bewusstlosigkeit gilt: sofort den Notruf wählen, unabhängig davon, ob die Atmung wieder einsetzt.** Bis der Rettungsdienst eintrifft, wird die Person in die stabile Seitenlage gebracht und die Atmung geprüft. Setzt die Atmung aus, beginnt die Herzdruckmassage. Auch wenn das Bewusstsein binnen Sekunden zurückkehrt, gehört der Vorfall ärztlich abgeklärt, weil Verletzungen der Halsgefäße erst Tage später auffallen.

### Sicherheitsmechanismen für das Breathplay

Ein gesprochenes [Safeword](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-safeword/) funktioniert bei dieser Spielart nur eingeschränkt, weil Mund oder Atemweg belegt sind. Es braucht deshalb ein nonverbales Signal, häufig Safezeichen genannt:

- Abklopfen wie im Kampfsport: leichte Schläge mit Hand oder Bein gegen den Körper der kontrollierenden Person.
- Ein Gegenstand, der beim Loslassen auffällt: Ein Glöckchen oder ein Quietschtier eignet sich, weil es beim Nachlassen der Kraft von selbst herunterfällt oder Geräusch macht.
- Ein ausgestreckter Körperteil: Sinkt der erhobene Arm ab oder geht der Körperkontakt verloren, gilt das als Stopp.

Das zweite und dritte Signal haben einen Vorteil gegenüber dem Abklopfen: Sie funktionieren passiv. Wer die Kraft verliert, löst sie automatisch aus, statt aktiv handeln zu müssen. Übt beide Signale in einer Situation ohne Erregung, damit sie im Ernstfall sitzen.

## Verschiedene Ausprägungen von Breathplay

Atemkontrolle umfasst 3 Stufen: das Vorgeben des Atemrhythmus, das Erschweren der Atmung und das Unterbinden der Atmung. Der Übergang zwischen diesen Stufen verläuft fließend, und mit ihm steigt das Risiko. Die folgenden Formen sind nach Risiko geordnet. Sie beginnen bei der harmlosen Variante und enden bei denen, die regelmäßig Todesfälle verursachen.

### Atemkontrolle ohne zusätzliche Ausrüstung

Die risikoärmste Form kommt ohne jeden körperlichen Eingriff aus. Atemkontrolle als Befehl bedeutet, dass die dominante Person das Tempo vorgibt: gemeinsames Atmen, betont tiefe oder betont flache Züge, kurzes Anhalten auf Ansage. Die devote Person behält dabei die volle Kontrolle über ihren Körper, das Machtgefälle entsteht über die Anweisung. Aus Meditation und [Tantra](https://gay-blog.tomrockets.com/tantra-fuer-einsteiger/ "Tantra") ist dieses gemeinsame Atmen als Mittel der Verbindung bekannt.

Varianten in Verbindung mit anderen Spielarten bleiben ebenfalls auf dieser Stufe. Ein [Vibrator](https://gay-blog.tomrockets.com/vibratoren/ "Vibrator") bleibt so lange an den Genitalien, wie die Luft angehalten wird. Eine Kerze vor dem Gesicht soll brennen bleiben.

Eine Stufe höher liegt das Rückatmen: Manche lassen sich die verbrauchte Atemluft der dominanten Person einatmen, direkt oder durch einen Luftballon. Diese Spielart wird oft mit dem [Rauchfetisch](https://gay-blog.tomrockets.com/smoking-fetisch/ "Rauchfetisch") kombiniert. Sie gehört trotz des harmlosen Eindrucks in die zweite Kategorie, denn wer verbrauchte Luft rückatmet, senkt den Sauerstoff- und erhöht den Kohlendioxidgehalt tatsächlich.

### Breathplay mit geeigneter Ausrüstung

Enge Kleidung schränkt das Atemvolumen ein, ohne den Atemweg zu verschließen. Korsetts sind dafür verbreitet, ebenso das Umwickeln des Oberkörpers mit Stoff oder [Bondagetape](https://gay-blog.tomrockets.com/bondagetape/). Wie stark das Volumen sinkt, hängt an Höhe und Festigkeit der Wicklung, und beides ist von außen schwer zu beurteilen. Der klassische [Bondage](https://gay-blog.tomrockets.com/was-ist-bondage/)-Grundsatz gilt auch hier: Was ihr anlegt, müsst ihr in Sekunden wieder öffnen können. Eine Sicherheitsschere gehört also in Reichweite.

Halsbänder gehören in eine eigene Kategorie. Ein [BDSM-Halsband](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-halsband/) ist ein Symbol der Zugehörigkeit und wird locker getragen. Sobald daran gezogen wird oder es fest anliegt, wirkt es wie ein Würgeinstrument, mit allen Risiken des Abschnitts oben.

Beim Verschließen des Mundes mit Knebeln, Klebeband oder aufblasbaren Gags ist die Nasenatmung der einzig verbleibende Weg. Eine verstopfte Nase, ein Schnupfen oder eine allergische Reaktion machen aus einem Knebel damit ein ernstes Problem. Achtet zusätzlich auf den Speichel, weil in Rückenlage mit offenem Mund das Schlucken schwerfällt.

### Zudrücken von Mund und Nase

Das Verschließen von Mund und Nase [mit der Hand](https://gay-blog.tomrockets.com/handjob-techniken/ "mit der Hand"), den Schenkeln oder dem Brustkorb ist die verbreitetste Form von Breathplay überhaupt, weil sie ohne jede Ausrüstung auskommt. Der Hals bleibt dabei unberührt, die Verletzungsrisiken des Würgens entfallen also. Bestehen bleibt der Sauerstoffentzug selbst, samt Bewusstlosigkeit bei zu langer Dauer. Wird zusätzlich das Körpergewicht eingesetzt, etwa beim Sitzen auf dem Gesicht, kommt die eingeschränkte Brustkorbbewegung dazu.

### Würgen

Würgen ist die bekannteste Form von Breathplay und zugleich die, bei der die Vorstellung von einer richtigen Technik am hartnäckigsten hält. Unterschieden wird zwischen dem Druck auf die Luftröhre (Air Choke) und dem Druck auf die Halsschlagadern (Blood Choke). In der Praxis entstehen Mischformen, weshalb sich die Wirkung im Einzelfall kaum vorhersagen lässt.

Aus dem Kampfsport stammende Griffe wie der Rear Naked Choke gelten in der Szene als kontrollierter. Die Kraft verteilt sich dabei über den Arm statt punktuell über die Fingerkuppen. Diese Griffe setzen die Person allerdings ebenfalls dem Risiko eines Herzstillstands aus. Im Kampfsport werden sie unter Aufsicht und mit sofortiger Abbruchmöglichkeit trainiert. Ein erlernter Griff verschiebt das Risiko, er beseitigt es nicht.

Was gesichert ist: Druck von vorn auf die Luftröhre verursacht Verletzungen und richtet den größten Schaden an. Das eigene Körpergewicht als Druckverstärker bei einer liegenden Person ist die gefährlichste Variante überhaupt, weil ein Gleichgewichtsverlust die Kraft unkontrolliert steigert. Und je länger der Druck anhält, desto ungünstiger der Verlauf, unabhängig von der Technik.

## Extreme Formen von Breathplay?

Die folgenden 4 Praktiken tragen ein deutlich höheres Risiko als alles zuvor Genannte: Plastiktüten, Masken, Waterboarding und Ohnmachtsspiele. Aus Filmen und Pornografie sind sie geläufig, ihre tatsächlichen Risiken dagegen selten.

### Plastiktüten oder Folie

Eine Tüte über dem Kopf verschließt Mund und Nase zugleich, der visuelle und psychische Eindruck ist entsprechend intensiv. Das Kernproblem ist die Dosierung. Von außen lässt sich kaum abschätzen, wie viel Luft noch vorhanden ist. In einem geschlossenen Volumen kippen Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt zudem schnell. Wird die Tüte zugeklebt oder mit Folie fixiert, dauert das Öffnen im Notfall länger als die verbleibende Zeit. Kommt Erbrechen hinzu, wird die Situation lebensbedrohlich. Diese Variante gehört zu denen, die in der forensischen Statistik regelmäßig auftauchen.

### Masken

Latex- und Gasmasken sind in der Fetischszene verbreitet, wobei Optik, Haptik und Material meist stärker zählen als die Atemeinschränkung. Der [Latex-Fetisch](https://gay-blog.tomrockets.com/latex-fetisch/) lebt zu großen Teilen von diesem Materialgefühl. Über Schläuche und Öffnungen lässt sich die Luftzufuhr dosieren, was diese Masken auf den ersten Blick kontrollierbarer macht als eine Tüte.

Das eigentliche Problem liegt woanders. Unter einer Vollmaske bleiben Mimik und Hautfarbe verborgen. Damit fallen genau die Warnzeichen weg, an denen sich der Zustand ablesen lässt. Wer Masken einsetzt, braucht deshalb umso zuverlässigere nonverbale Signale und einen Verschluss, der sich mit einer Hand öffnen lässt.

### Waterboarding

Waterboarding ist eine Foltermethode und wird als solche eingesetzt. Der Ablauf erzeugt einen Ertrinkungsreflex, der sich willentlich kaum unterdrücken lässt. Neben der akuten Gefahr durch Wasser in der Lunge stehen die psychischen Folgen im Vordergrund: Panikattacken und anhaltende Traumatisierung sind dokumentierte Reaktionen.

### Ohnmachtsspiele

Manche suchen gezielt den Zustand bis zur Bewusstlosigkeit. Wie oben beschrieben, ist die Ohnmacht eine Notreaktion des Körpers auf eine akute Bedrohung der Sauerstoffversorgung. Als Ziel einer Session gesetzt, verlagert diese Praktik den gesamten Ausgang auf einen Punkt, den keine Absprache mehr erreicht.

## Risikoärmere Alternativen

Der psychologische Kern von Breathplay ist die Kontrollabgabe. Der Sauerstoffmangel ist der Weg dorthin, und dieser Weg lässt sich ersetzen. Sexualaufklärungs-Quellen wie Scarleteen und Our Bodies Ourselves nennen dafür 7 Varianten. Es handelt sich dabei um Erfahrungswissen aus der Praxis, nicht um klinisch geprüfte Gleichwertigkeit:

- Die Hand am Hals ohne Druck, teils symbolisches Würgen genannt. Die Geste bleibt, die Kompression entfällt.
- Druck auf den Nacken statt auf die Halsvorderseite, etwa das Fixieren des Kopfes von hinten.
- Ein [Halsband](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-halsband/ "Halsband"), das getragen, aber nicht gezogen wird.
- Verbale Atemkontrolle als Befehl, wie im Abschnitt zur Atemkontrolle ohne Ausrüstung beschrieben.
- Hand über dem Mund bei freier Nase, wodurch das Gefühl der Kontrolle entsteht und der Atemweg offen bleibt.
- Sinnesentzug durch Augenbinde oder Kopfhaube ohne Atemeinschränkung.
- Fesselung nicht lebenswichtiger Körperpartien, also Arme und Beine statt Hals und Brustkorb.

Für viele deckt eine dieser Varianten den gesuchten Reiz vollständig ab. Das Gefühl der Ausgeliefertheit bleibt erhalten, während der Sauerstoffentzug und seine Folgen entfallen.

## Juristische Perspektive

In Deutschland regelt Paragraf 228 des Strafgesetzbuchs, wann eine Einwilligung in eine Körperverletzung wirksam ist. Der Bundesgerichtshof hat die Grenze 2003 in seiner Entscheidung BGHSt 49, 34 konkretisiert. Sittenwidrig und damit strafbar bleibt die Tat, wenn die einwilligende Person objektiv in konkrete Lebensgefahr gebracht wird. Übertragen auf Breathplay heißt das: Die Zustimmung der devoten Person schützt die dominante Person nur bis zu dieser Schwelle. Kommt es zu bleibenden Schäden oder zum Tod, trägt die ausführende Person die strafrechtliche Verantwortung, unabhängig von der vorherigen Absprache.

Im Vereinigten Königreich ist die Rechtslage seit 2021 noch eindeutiger. Section 71 des Domestic Abuse Act schließt aus, dass eine Einwilligung in schwere Verletzungen zum Zweck sexueller Befriedigung als Verteidigung gilt. Auslöser war der Tod von Natalie Connolly im Jahr 2016. Ihr Partner berief sich auf einvernehmlichen Rough Sex und wurde wegen Totschlags statt wegen Mordes zu 44 Monaten Haft verurteilt. Die Kampagne We Can’t Consent To This dokumentierte 67 vergleichbare Verfahren seit 2010 und erzeugte damit den politischen Druck für die Gesetzesänderung.

In Österreich enthält Paragraf 90 des Strafgesetzbuchs eine strukturell vergleichbare Schranke für die Einwilligung. Eine Leitentscheidung mit derselben Klarheit wie beim Bundesgerichtshof liegt dort bislang nicht vor.

## FAQ

### Was ist Breathplay?

Breathplay, auch Breath Control genannt, bezeichnet die Kontrolle über die Atmung der devoten Person im BDSM. Das reicht von verbalen Anweisungen über einschränkende Kleidung bis zum Würgen. Der Fachbegriff für den Fetisch lautet Asphyxiophilie.

### Gibt es eine sichere Ausführung von Breathplay?

Nach dem Stand der Fachliteratur bleibt jede Form, die den Sauerstoffgehalt tatsächlich senkt, mit einem Risiko für Herzstillstand und Hirnschädigung behaftet. Jay Wiseman formulierte 1997, ihm sei keine Ausführung bekannt, die dieses Risiko ausschließt, und die Szene ordnet Breathplay seither unter [RACK](https://gay-blog.tomrockets.com/bdsm-rack/ "RACK") statt unter SSC ein. Risikominderung ist möglich, Sicherheit im engeren Sinn ist es nicht.

### Warum ist Würgen gefährlicher, als es aussieht?

Die Halsschlagadern verschließen sich deutlich unterhalb der Kraft, die zum Zusammendrücken der Luftröhre nötig ist: 2,5 bis 10 Kilogramm gegenüber rund 15 Kilogramm. Wer vorsichtig zu würgen glaubt, kann also den kritischeren Effekt auslösen. Bei wirksamer Kompression tritt Bewusstlosigkeit nach 7 bis 14 Sekunden ein, und der Druck auf Halsschlagader und Vagusnerv kann über den Karotissinusreflex die Herzfrequenz absenken.

### Wie viele Menschen sterben durch autoerotische Asphyxie?

Die forensische Pathologin Anny Sauvageau schätzte 2012 rund 0,5 Todesfälle je 1 Million Einwohner und Jahr. Ihre Basis waren 38 dokumentierte Fälle in Alberta zwischen 1985 und 2009, hochgerechnet ergibt das 62 bis 156 Fälle jährlich in den USA. Die ältere und häufiger zitierte Angabe von 250 bis 1.000 Todesfällen pro Jahr in den USA stammt aus einer Hochrechnung von 1983 und gilt als überholt. Für Deutschland liegt bislang nur ungesichertes Zahlenmaterial vor.

### Ist Breathplay in Deutschland strafbar?

Die Einwilligung der devoten Person deckt eine Körperverletzung nur bis zur Schwelle der konkreten Lebensgefahr. Diese Grenze zog der Bundesgerichtshof in der Entscheidung BGHSt 49, 34 aus dem Jahr 2003. Kommt es zu schweren Folgen, trägt die ausführende Person die strafrechtliche Verantwortung trotz vorheriger Absprache.

### Was tun, wenn jemand beim Breathplay bewusstlos wird?

Druck sofort lösen und den Notruf 112 wählen. Bewusstlosigkeit nach Strangulation ist immer ein Notfall, auch wenn die Person gleich wieder zu sich kommt. Danach die Person in die stabile Seitenlage bringen und die Atmung prüfen. Setzt die Atmung aus, sofort mit der Herzdruckmassage beginnen. Der Vorfall gehört in jedem Fall ärztlich abgeklärt, weil Verletzungen der Halsgefäße erst Tage später auffallen können.

{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "FAQPage",
"mainEntity": [
{
"@type": "Question",
"name": "Was ist Breathplay?",
"acceptedAnswer": {
"@type": "Answer",
"text": "Breathplay, auch Breath Control genannt, bezeichnet die Kontrolle über die Atmung der devoten Person im BDSM. Das reicht von verbalen Anweisungen über einschränkende Kleidung bis zum Würgen. Der Fachbegriff für den Fetisch lautet Asphyxiophilie."
}
},
{
"@type": "Question",
"name": "Gibt es eine sichere Ausführung von Breathplay?",
"acceptedAnswer": {
"@type": "Answer",
"text": "Nach dem Stand der Fachliteratur bleibt jede Form, die den Sauerstoffgehalt tatsächlich senkt, mit einem Risiko für Herzstillstand und Hirnschädigung behaftet. Jay Wiseman formulierte 1997, ihm sei keine Ausführung bekannt, die dieses Risiko ausschließt, und die Szene ordnet Breathplay seither unter RACK statt unter SSC ein. Risikominderung ist möglich, Sicherheit im engeren Sinn ist es nicht."
}
},
{
"@type": "Question",
"name": "Warum ist Würgen gefährlicher, als es aussieht?",
"acceptedAnswer": {
"@type": "Answer",
"text": "Die Halsschlagadern verschließen sich deutlich unterhalb der Kraft, die zum Zusammendrücken der Luftröhre nötig ist: 2,5 bis 10 Kilogramm gegenüber rund 15 Kilogramm. Wer vorsichtig zu würgen glaubt, kann also den kritischeren Effekt auslösen. Bei wirksamer Kompression tritt Bewusstlosigkeit nach 7 bis 14 Sekunden ein, und der Druck auf Halsschlagader und Vagusnerv kann über den Karotissinusreflex die Herzfrequenz absenken."
}
},
{
"@type": "Question",
"name": "Wie viele Menschen sterben durch autoerotische Asphyxie?",
"acceptedAnswer": {
"@type": "Answer",
"text": "Die forensische Pathologin Anny Sauvageau schätzte 2012 rund 0,5 Todesfälle je 1 Million Einwohner und Jahr. Ihre Basis waren 38 dokumentierte Fälle in Alberta zwischen 1985 und 2009, hochgerechnet ergibt das 62 bis 156 Fälle jährlich in den USA. Die ältere und häufiger zitierte Angabe von 250 bis 1.000 Todesfällen pro Jahr in den USA stammt aus einer Hochrechnung von 1983 und gilt als überholt. Für Deutschland liegt bislang nur ungesichertes Zahlenmaterial vor."
}
},
{
"@type": "Question",
"name": "Ist Breathplay in Deutschland strafbar?",
"acceptedAnswer": {
"@type": "Answer",
"text": "Die Einwilligung der devoten Person deckt eine Körperverletzung nur bis zur Schwelle der konkreten Lebensgefahr. Diese Grenze zog der Bundesgerichtshof in der Entscheidung BGHSt 49, 34 aus dem Jahr 2003. Kommt es zu schweren Folgen, trägt die ausführende Person die strafrechtliche Verantwortung trotz vorheriger Absprache."
}
},
{
"@type": "Question",
"name": "Was tun, wenn jemand beim Breathplay bewusstlos wird?",
"acceptedAnswer": {
"@type": "Answer",
"text": "Druck sofort lösen und den Notruf 112 wählen. Bewusstlosigkeit nach Strangulation ist immer ein Notfall, auch wenn die Person gleich wieder zu sich kommt. Danach die Person in die stabile Seitenlage bringen und die Atmung prüfen. Setzt die Atmung aus, sofort mit der Herzdruckmassage beginnen. Der Vorfall gehört in jedem Fall ärztlich abgeklärt, weil Verletzungen der Halsgefäße erst Tage später auffallen können."
}
}
]
}
