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  • Autofellatio Symbolbild: Ein an den Armen tätowierter Mann, der nur mit Unterhose bekleidet ist, macht Dehnübungen. Englisch: Self-sucking symbol picture: a man tattooed on his arms, wearing only underpants, does stretching exercises.

    Sich selbst einen blasen: was dafür nötig ist

    Foto des Autors
    R.O.B.
    Zuletzt aktualisiert: 22.07.2026
    Lesezeit:
    7 Min

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    Autofellatio, im Netz meist Self Sucking oder Selfsuck genannt, gelingt nur einem kleinen Teil der Männer. Entscheidend sind 3 Dinge: die Beugefähigkeit von Brust- und Lendenwirbelsäule, ein kurzer Rumpf im Verhältnis zu den Beinen und eine bewegliche Hüfte. Trainierbar ist davon vor allem das erste.

    Was wirklich darüber entscheidet, ob es klappt

    Die Distanz zwischen Mund und Penis ist eine Frage der Körperproportionen, nicht der Willenskraft. Wer einen kurzen Oberkörper und lange Beine hat, muss weniger Strecke überbrücken als jemand mit langem Rumpf.

    Dazu kommt die Beweglichkeit der Wirbelsäule, und zwar in der Brust- und Lendenregion. Genau dort entsteht die Rundung, die den Kopf nach unten bringt. Die Hüfte muss sich weit beugen lassen, damit sich das Becken zum Oberkörper hin bewegen kann.

    Ein Bauch kann im Weg sein, das ist der Punkt, an dem der Platz zwischen Brustkorb und Becken knapp wird. Belastbar quantifiziert ist dieser Faktor allerdings nicht, und keine Quelle gewichtet ihn gegen Wirbelsäule und Proportionen. Wer es also nicht schafft, hat in aller Regel ein anatomisches Verhältnis vor sich und kein Gewichtsproblem.

    Der Nacken spielt entgegen der verbreiteten Annahme keine tragende Rolle. Er wird in keiner Quelle als eigenständige Begrenzung genannt. Für die Sicherheit ist er trotzdem der kritischste Punkt, dazu weiter unten mehr.

    Die Zahl, die überall steht und nicht standhält

    In fast jedem Artikel zum Thema steht dieselbe Zahl: nur 2 bis 3 von 1.000 Männern könnten sich selbst oral erreichen. Zugeschrieben wird sie Alfred Kinsey und seiner Erhebung von 1948.

    Diese Zuschreibung hält einer Prüfung nicht stand. Die Fußnote hinter dem Satz führt nicht zu Kinsey. Sie führt zu einer psychoanalytischen Übersichtsarbeit von Guy und Finn aus dem Jahr 1954, die genau 2 Fälle beschreibt. Eine Bevölkerungserhebung ist das nicht. In Kinseys Originalwerk mit rund 5.300 befragten Männern ist diese Zahl nicht auffindbar. Dort steht lediglich, dass ein erheblicher Teil der Männer Versuche unternimmt, vor allem in der frühen Jugend, was eine Aussage über Versuche ist und keine Erfolgsquote.

    Eine belastbare neuere Erhebung zur Verbreitung gibt es nicht. Wer also eine harte Prozentzahl liest, liest eine Zahl ohne Boden. Sicher ist nur: Es ist selten.

    Aufwärmen und Dehnen, aber in der richtigen Reihenfolge

    Beweglichkeit der Wirbelsäule ist trainierbar. Bei älteren Erwachsenen ließ sich der Bewegungsumfang über 8 bis 10 Wochen mit 3 Einheiten pro Woche zu je 20 bis 30 Minuten messbar verbessern. Wunder in einer Woche gibt es nicht, aber die Vorstellung, Flexibilität sei anatomisch festgeschrieben, ist falsch.

    Die Reihenfolge ist dabei entscheidend und wird meistens verkehrt herum empfohlen. Vor der Belastung gehört dynamisches Aufwärmen, also Bewegung durch den vollen Bewegungsumfang. Nach der Belastung kommt das statische Dehnen, bei dem du eine Position hältst.

    Langes statisches Dehnen unmittelbar vorher ist kontraproduktiv. Ab 60 Sekunden Haltedauer pro Muskelgruppe sinkt die Leistungsfähigkeit messbar, in Untersuchungen um 4 bis 7,5 %.

    Für die Dehnung selbst reichen 30 Sekunden pro Position. Die klassische Untersuchung dazu zeigt, dass längeres Halten oder häufigeres Wiederholen am Tag keinen zusätzlichen Gewinn bringt. Wichtig sind die Muskelgruppen, die den Oberkörper nach vorn bringen: die Oberschenkelrückseite, die Rückenstrecker und die Hüftbeuger. Yoga-Abfolgen mit Vorbeuge decken alle 3 auf einmal ab.

    Die Positionen im Vergleich

    4 Positionen sind gebräuchlich, und sie unterscheiden sich deutlich in Anspruch und Risiko.

    PositionAnspruchBemerkung
    RückenlagegeringKissen unter dem unteren Rücken erleichtert die Beugung
    SchulterstandmittelGewicht auf Schultern, nie auf dem Nacken
    Sitzend auf einem StuhlmittelGesäß weit nach vorn, stabile Sitzfläche nötig
    Stehendhochgrößte Belastung, für die meisten unerreichbar

    Die Rückenlage ist der sinnvolle Anfang. Du liegst flach, ziehst die Knie zum Kopf und lässt das Becken langsam folgen. Ein Kissen unter dem unteren Rücken verkleinert die Distanz spürbar.

    Beim Schulterstand rollst du weiter ab, bis das Gewicht auf den Schultern liegt. Genau hier passieren die Fehler: Das Gewicht darf niemals auf dem Nacken ruhen. Die Halswirbelsäule ist für Druck in dieser Beugung nicht gebaut.

    Die Seitenlage wird selten genannt, ist aber für manche leichter, weil die Wirbelsäule sich dort anders krümmt. Ausprobieren kostet nichts.

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    Wann du sofort aufhören musst

    Extreme Beugung der Halswirbelsäule kann die Blutversorgung im hinteren Hirnkreislauf beeinträchtigen. Das Symptombild dafür ist medizinisch beschrieben, und es ist eindeutig.

    • Schwindel oder das Gefühl, gleich ohnmächtig zu werden
    • Sehstörungen jeder Art
    • Kribbeln oder Taubheit in Armen oder Beinen
    • Ohrgeräusche
    • Schmerz, der in Arm oder Bein ausstrahlt

    Bei jedem dieser Zeichen löst du die Position sofort und langsam auf. Eine Verletzung entsteht hier in Sekunden, nicht über Wochen. Ausstrahlender Schmerz deutet auf Druck auf eine Nervenwurzel hin, das ist kein Dehnschmerz und geht nicht durch Weitermachen weg.

    Wie ernst extreme Beugung werden kann, zeigt ein dokumentierter Fall aus dem Jahr 2019: Eine Patientin erlitt beim Sex durch Überstreckung des Nackens einen Bruch mit Verschiebung am fünften und sechsten Halswirbel. Das Rückenmark geriet unter Druck, eine Operation war nötig. Ein Fallbericht speziell zu Autofellatio existiert nicht, das Prinzip ist aber dasselbe.

    Wer eine bekannte Bandscheibenproblematik hat, lässt es. Für diese Gruppe steht das Risiko in keinem Verhältnis.

    Wenn es nicht klappt

    Für die meisten Männer klappt es nie, und das liegt an Proportionen, an denen sich nichts ändern lässt. Selbst wer es schafft, erreicht in der Regel die Eichel und nicht mehr.

    Die naheliegende Alternative sind Masturbatoren, die genau diese Empfindung nachbilden und keine Wirbelsäulenbeweglichkeit voraussetzen. Wer die Technik am Partner verbessern will, findet die Grundlagen im Blowjob-Bereich und im Beitrag zum Würgereflex. Mehr zur Solo-Praxis steht in den Grundlagen zum Wichsen.

    Häufige Fragen zu Autofellatio

    Rund um Autofellatio tauchen 8 Fragen besonders häufig auf. Sie decken Machbarkeit, Training, Positionen, Risiken und die Frage nach der Verbreitung ab.

    Kann sich jeder Mann selbst einen blasen?

    Nein, und für die große Mehrheit ist es dauerhaft unerreichbar. Es hängt an der Beugefähigkeit von Brust- und Lendenwirbelsäule, am Verhältnis von Rumpf- zu Beinlänge und an der Hüftbeweglichkeit. Trainierbar ist davon nur die Beweglichkeit, und auch die hat eine anatomische Grenze. Wer einen langen Oberkörper hat, wird die Distanz durch Training allein nicht überbrücken.

    Stimmt es, dass nur 2 bis 3 von 1.000 Männern es können?

    Diese Zahl steht überall und ist nicht belegt. Sie wird Alfred Kinsey und seiner Erhebung von 1948 zugeschrieben, die Fußnote führt aber zu einer psychoanalytischen Arbeit von 1954 mit genau 2 beschriebenen Fällen. In Kinseys Original ist die Zahl nicht auffindbar. Eine belastbare Erhebung zur Verbreitung existiert bis heute nicht.

    Wie lange dauert es, bis man beweglich genug ist?

    Eine verlässliche Angabe dafür gibt es nicht, weil der Ausgangspunkt bei jedem anders liegt. Was gemessen wurde: Der Bewegungsumfang der Wirbelsäule ließ sich über 8 bis 10 Wochen mit 3 Trainingseinheiten pro Woche zu je 20 bis 30 Minuten verbessern. Ob das im Einzelfall reicht, entscheidet die Anatomie und nicht die Ausdauer beim Üben.

    Muss ich abnehmen, damit es funktioniert?

    Das ist die verbreitetste Fehlannahme zum Thema. Bauchvolumen kann den Platz zwischen Brustkorb und Becken verringern, dieser Faktor ist aber nirgends quantifiziert und in keiner Quelle gegen Wirbelsäulenbeweglichkeit und Körperproportionen gewichtet. Ein voller Magen kurz vorher stört messbar mehr als ein paar Kilo.

    Welche Position eignet sich für den Anfang?

    Die Rückenlage mit einem Kissen unter dem unteren Rücken. Sie ist stabil, du kannst jederzeit abbrechen, und das Kissen verkleinert die zu überbrückende Distanz. Der Schulterstand ist der nächste Schritt, dabei muss das Gewicht auf den Schultern liegen und niemals auf dem Nacken. Die stehende Variante ist für fast alle unerreichbar.

    Ist Autofellatio gefährlich?

    Bei vernünftiger Ausführung nicht, riskant wird die extreme Beugung der Halswirbelsäule. Sie kann die Blutversorgung im hinteren Hirnkreislauf beeinträchtigen, was sich durch Schwindel, Sehstörungen, Kribbeln und Ohrgeräusche ankündigt. Ein dokumentierter Fall von 2019 zeigt eine schwere Halswirbelverletzung durch Nackenüberstreckung beim Sex. Mit bekanntem Bandscheibenproblem gehört die Übung unterlassen.

    Warum sollte ich vorher nicht statisch dehnen?

    Weil es die Leistungsfähigkeit senkt. Ab 60 Sekunden Haltedauer pro Muskelgruppe wurde in Untersuchungen ein Rückgang von 4 bis 7,5 % gemessen. Vor der Belastung gehört dynamisches Aufwärmen, also Bewegung durch den vollen Bewegungsumfang. Statisch gedehnt wird danach, mit rund 30 Sekunden je Position.

    Was hilft, wenn es dauerhaft nicht funktioniert?

    Ein Masturbator bildet die Empfindung nach und stellt keine Anforderung an die Wirbelsäule. Das ist für die meisten Männer die realistische Antwort, weil die begrenzenden Faktoren Proportionen sind und sich nicht wegtrainieren lassen. Selbst wer es schafft, erreicht meist nur die Eichel.

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